(Halle, 30.04.2015 tms) Über 200 Menschen besuchten am Mittwochabend die Lange Nacht des Menschenrechtsfilmes in Halle/S. Im vollbesetzten Theatersaal des Puschkinhauses wurden Filme gezeigt, die im Dezember mit den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet wurden. Der Menschenrechts-Filmpreis wird alle zwei Jahre in sechs Kategorien an Filme verliehen, die sich in besonderer Weise mit den Menschenrechten auseinander setzten. Moderiert wurde der Abend von Markus Wutzler vom Friedenskreis Halle e.V.

Höhepunkte waren die Filme „Nadeshda“ und „Camp 14“. Die Dokumentation „Nadeshda“ gibt einen fast intimen Einblick in das Leben von Roma in einem Ghetto am Rande einer bulgarischen Großstadt. Von der Mehrheitsbevölkerung ausgegrenzt, führen sie ein Leben unter sich. Für einige Kinder ist die musikalische Bildung der Ort innerer Emigration und Hoffnung auf ein besseres Leben. Den Film-Studierenden Anne Ewert und Falk Müller ist es gelungen, das Vertrauen der Menschen in dem Ghetto zu gewinnen und einen sehr dichten Film gegen Vorurteile und Hoffnungslosigkeit zu drehen. Beide waren an diesem Abend in Halle anwesend und berichteten sehr bewegend über die Entstehung des Filmes und ihre Erfahrungen und Erlebnisse in Bulgarien.

Der mit 101 Minuten längste Film des Abends „Camp 14 – Total Control Zone“ des Filmemachers Marc Wiese dokumentiert das Leiden des Koreaners Shin Dong-Hyuk, der in einem Straflager in Nord-Korea aufgewachsen ist. Ihm gelang 2005 mit 23 Jahren die Flucht und er ist heute einer der wichtigen Zeugen gegen Menschenrechtsvergehen des nordkoreanischen Regimes. Der Film illustriert mit Zeichnungen die Erlebnisse von Shin im Camp und auf der Flucht. Heimlich gedrehte Videoaufnahmen und nach Südkorea übergelaufene Wärter und Soldaten ergänzen die Zeugnisse Shins. Nach dem Film gab der Sprecher der Koordinationsgruppe zu Korea von amnesty international, Robby Hübner, Informationen zum Hintergrund des Filmes und gab eine interessante Einschätzung zur heutigen Menschenrechtslage in Nord-Korea. Er rief dazu auf, sich mit Petitionen und Postkartenaktionen für die Beachtung der Menschenrechte einzusetzen.

Schwerpunktthema des Abends war ohne Zweifel „Flucht und Vertreibung“. Drei der sechs Filme des Abends dokumentierten bzw. behandelten das Schicksal von Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden oder vor Krieg und Gewalt geflüchtet sind. Die KiKA-Produktion „Mohammed auf der Flucht“ des Filmemachers Guido Holz beschreibt die Situation des 13-jährigen Mohammed, der vor dem Krieg in Syrien mit seiner geflohen ist und am Rande eines Flüchtlingslagers an der syrisch-türkischen Grenze lebt. Der Film ist für Kinder erzählt, verfehlt aber seine erschütternde Wirkung auf Erwachsene nicht. In der Dokumentation „Yussuf“ von Caroline Walter und Bertram von Boxberg erzählt ein junger Mann aus Somalia über seine Flucht mit Hilfe von Schleppern durch die Sahara und das Mittelmeer nach Italien und Deutschland. Ein erschreckendes Dokument über die Grausamkeit von Menschen und die Absurdität der Flüchtlingspolitik in Europa. Der Spielfilm „Bahar im Wunderland“ von Behrooz Karamizade zeigt die Verlorenheit und Hilflosigkeit von Vater und Tochter nach ihrer Flucht nach Deutschland. In allen drei Filmen wird deutlich, welche Auswirkungen Flucht und Vertreibung auf einzelnen Menschen hat und welches Leid das bedeutet. Der mit 2 Minuten Länge kürzeste Film des Abends behandelte unter dem Titel „Finde den Fehler“ (Regie: Gerhard Prügger) die unterschiedlich sexuelle Orientierung von Menschen.

Trotz der vielen Filme und Eindrücke herrschte im überwiegend jungen und studentischen Publikum den ganzen Abend gespanntes und großes Interesse an den Themen. In der Pause bildeten sich zahlreiche Gesprächsgruppen, die das Gesehene lebhaft diskutierten. Als Beiprogramm zu den Filmen informierten verschiedene Hallesche Menschenrechtsorganisationen im Foyer des Kinos über ihre Arbeit.

Die Lange Nacht des Menschenrechts-Filmpreises fand erstmalig in Halle statt und wurde organisiert von amnesty international – Hochschulgruppe Halle, der Bahá'í-Gemeinde Halle, dem Hallischen Institut für Medien e.V., dem Friedenskreis Halle e.V., der Katholischen Pfarrei St. Franziskus und den Franziskanern in Halle sowie der franziskanischen Initiative 1219.Religions- und Kulturdialog. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Hallensischen Anwaltsverein, der katholischen Akademie und dem Deutschen Jugendherbergswerk. Die nächste Lange Nacht des Menschenrechtsfilmes wird voraussichtlich nach der nächsten Preisverleihung des Menschenrechts-Filmpreise im Frühjahr 2017 stattfinden. Weitergehende Informationen sind zu finden unter www.menschenrechts-filmpreis.de

Bericht der Beobachter_innengruppe der Projektgruppe: "Münchner Sicherheitskonferenz verändern" e.V.

Beobachtungen auf der "Münchner Sicherheitskonferenz" 2015

Hat die Sicherheitskonferenz, die vor 2 Monaten in München stattfand, Nachhaltiges bewirkt? Das ist sicher schwer zu beurteilen. Ruth Aigner, Studierende im Masterstudiengang „Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung", hat für die Projektgruppe: Münchner Sicherheitskonferenz verändern"  an der Sicherheitskonferenz als Beobachterin teilgenommen. Ein ausführlicher Bericht von ihr ist auf der Homepage der Projektgruppe nachzulesen.

 

Bericht zur MSK

Pressemitteilung des Friedensbeauftragten des Rates der EKD, 21. April 2015

EKD-Friedensbeauftragter warnt vor einem neuen nuklearen Rüstungswettlauf


Vor einem neuen nuklearen Rüstungswettlauf hat der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, gewarnt. Im Blick auf die ab dem 27. April in New York tagende Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag forderte der EKD- Friedensbeauftragte die Atommächte zu konstruktiven Gesprächen über eine weitere atomare Abrüstung auf. „Ich hoffe, dass diese Konferenz in New York wirkliche Schritte hin zu einer Abrüstung findet und ein Erfolg wird“, so Renke Brahms, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist.

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IMI-Analyse, April 2015

Rekrutierung in Stadien – Die Bundeswehr und der Fußball

Mit Aufhebung der allgemeinen Wehrpflicht stellt sich der Bundeswehr die Frage, wie sie an die im Allgemeinen militärunwilligen Jugendlichen zur Nachwuchsrekrutierung herankommt. Sie nutzt großflächige Werbekampagnen, Abenteuercamps, Marketing-Strategien zur Darstellung eines Imagewandels zur ‚familienfreundlichen Truppe‘, Rekrutierungsbüros, Sportförderung…. Die Bundeswehr lässt sich dies einiges kosten. All das ist in der Antirekrutierungsarbeit bekannt und diskutiert. Auf einen bisher wenig beleuchteten Aspekt gehe ich im Folgenden ein, insbesondere, weil er augenscheinlich Pilotcharakter für das Militär hat: Gemeint ist die militärische Förderung des kommerziellen Fußballs.

 

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Medienresonanz und Redebeiträge zur Protestaktion, zusammengestellt und eingeleitet von Jürgen Grässlin

Voller Erfolg der Protestaktion "Der Tod dankt der Staatsanwaltschaft Stuttgart!"

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die Protestaktion „Der Tod dankt der Staatsanwaltschaft Stuttgart!" zeitigt einen beachtlichen Erfolg auf: Ein breites Bündnis von Organisationen der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!" und kooperierender Initiativen, wie Sin Rostro, Südmexikos e.V. und Gesellschaft Kultur des Friedens, hatten zur Kundgebung am 17. April 2015 geladen. Mehr als 70 Teilnehmer und rund 15 Medienvertreter fanden sich auf dem dafür schmalen Gehweg vor der Staatsanwaltschaft Stuttgart ein – darunter der Tod höchstpersönlich.

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April 2015

 

Friedenskreis Halle e.V. unterstützt die Kampagne „VisaWie? Gegen diskriminierende Visaverfahren!“

 

Der Friedenskreis Halle e.V. beteiligt sich an der Kampagne „VisaWie? Gegen diskriminierende Visaverfahren!“.

Die Kampagne ist eine Gemeinschaftsaktion zahlreicher Akteur_innen und zielt auf umfassende Veränderungen im Sinne von Erleichterungen in der deutschen und europäischen Visavergabepraxis.

 

Wir befürworten die mit der Kampagne gestellten Forderungen generell. Zudem waren und sind wir im Rahmen einiger unserer Aktivitäten wie internationaler Begegnungen und internationaler Freiwilligendienste direkt mit der Thematik konfrontiert. Dabei kam es auch vor, dass Teilnehmer_innen unserer Maßnahmen kein Visum erhielten. Zuletzt betraf dies zwei Freiwillige aus Indien, die 2014/2015 mit uns einen „weltwärts Süd-Nord“-Dienst in Halle leisten wollten. Eine Umsetzung der Forderungen würde damit unsere Arbeit auch direkt unterstützen.

 

Mehr Informationen zur Kampagne und wie man die Kampagne als Organisation oder Einzelperson unterstützen kann im angehängten Positionspapier und auf der Kampagne-Webseite: www.visawie.org

 

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