Zum 17. Jahrestag des ZFD teilt das Konsortium Ziviler Friedensdienst mit:

Ziviler Friedensdienst - 17 Jahre für eine Welt ohne Gewalt

Erprobtes Programm für Gewaltprävention und Friedensförderung weiter ausbauen!

Bonn, 17.11.2016. Am 22. November wird der Zivile
Friedensdienst 17 Jahre alt. 1999 reisten die ersten ZFD-Fachkräfte in das
ehemalige Jugoslawien, nach Guatemala, Rumänien, Simbabwe und in die
palästinensischen Gebiete aus, um die Menschen dort bei ihrer Friedensarbeit zu
unterstützen. Seitdem hat sich der ZFD zu einem Erfolgsmodell für Gewaltprävention
und Friedensförderung im Kontext der Entwicklungspolitik entwickelt. Er ist heute
das einzige explizit friedenspolitische Programm der Bundesregierung. In Zeiten
zunehmender Gewaltkonflikte in der Welt muss der ZFD dringend weiter ausgebaut
werden.

Als in den neunziger Jahren die Kriege in Jugoslawien Europa
erschütterten, entstand in Deutschland, zunächst in kirchlichen und
zivilgesellschaftlichen Kreisen, die Idee für einen Zivilen Friedensdienst. 1999
wurde diese Idee zu einem Programm des Ministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und deutschen Friedens- und
Entwicklungs- organisationen.

 

17 Jahre nach seiner Gründung könnte das Anliegen des ZFD nicht aktueller sein.
Weltweit nehmen bewaffnete Konflikte zu. Das Heidelberger Institut für Internationale
Konfliktforschung zählte im Jahr 2015 mehr als 400 politische Konflikte, von denen
223 mit Waffengewalt ausgetragen wurden. „Wir müssen die Gewalt eindämmen
und uns für friedliche und gerechte Gesellschaften einsetzen. Militärische
Interventionen greifen dabei ebenso zu kurz wie schnelle Krisenreaktionen“,
sagt Hans Jörg Friedrich, Sprecher des Konsortiums Ziviler Friedensdienst.
Es ist Zeit für den Ausbau bewährter friedlicher und ziviler Methoden der
Konfliktbearbeitung. Mit dem Zivilen Friedensdienst verfügt Deutschland seit 1999
über ein erprobtes Programm zur Gewaltprävention und Friedensförderung,
das auch in komplexen Konflikten wirkt.“
 
Die Wirksamkeit ziviler Friedensarbeit zeigt sich an Beispielen aus der
Praxis: So führte die Aufarbeitung der kriegsbelasteten Vergangenheit in
Guatemala dazu, dass im Frühjahr 2016 hochrangige Militärs erstmals wegen
sexueller Gewalt während des Bürgerkriegs vor Gericht zur Rechenschaft gezogen
wurden. Im ehemaligen Jugoslawien entstanden aus der Traumaarbeit mit
Kriegsveteranen Versöhnungsinitiativen. Ehemalige Soldaten in Serbien und in
Bosnien-Herzegowina arbeiten heute mit Unterstützung des ZFD präventiv mit
Jugendlichen, damit sich die brutale Geschichte nicht wiederholt. In Kolumbien fördern
ZFD-Fachkräfte und lokale Journalistinnen und Journalisten eine sensible
Medienberichterstattung, die deeskaliert, statt Konflikte anzuheizen.
 
 „17 Jahre Erfahrungen aus dem ZFD zeigen, dass Frieden machbar ist.
Voraussetzung dafür sind starke zivilgesellschaftliche Partner vor Ort,
langfristige Perspektiven und ausreichende finanzielle Mittel“, sagt Friedrich.
„Der Zivile Friedensdienst sollte vor dem Hintergrund zunehmender gewalttätiger
Konflikte in der Welt daher stärker ausgebaut werden.“ Der Ruf nach mehr
Friedensförderung deckt sich mit den Wünschen der deutschen Bevölkerung, wie
die Ergebnisse des Bürgerdialogs „Gut leben in Deutschland“ der Bundesregierung
im Oktober 2016 zeigten. Mehr als 15.000 Bürgerinnen und Bürger, die nach den
Voraussetzungen für ein gutes Leben befragt wurden, nannten Frieden im eigenen
Land und den Einsatz für Frieden in der Welt am häufigsten als Antwort.
 
Seit 1999 haben über 1.100 ZFD-Fachkräfte in mehr als 50 Ländern
erfolgreich an friedlicher Konfliktbearbeitung mitgewirkt. In Honduras,
Jordanien, Sri Lanka und in der Zentralafrikanischen Republik nimmt der ZFD
seine Arbeit gerade auf. Aktuell arbeiten rund 300 internationale
ZFD-Fachkräfte in 43 Ländern. 2016 wurde der ZFD vom BMZ mit rund 42 Millionen Euro
gefördert. Im kommenden Jahr soll er drei Millionen Euro mehr erhalten.

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