Bewegender Abend mit Friedenspreisträger Junior Nzita

Am 22. November durften wir den Friedenspreisträger Junior Nzita in Halle zu einem Vortrags- und Gesprächsabend begrüßen. In persönlichen, bewegenden Geschichten berichtete er von seiner persönlichen Geschichte als Kindersoldat in der Demokratischen Republik Kongo, aber auch von seinem Weg aus der Gewaltspirale auszusteigen. Heute ist er UN-Sonderbotschafter für die Ächtung des Einsatzes von Kindern als Soldaten und leitet die Organisation "Paix pour l'enfance", die sich für Prävention und Reintegration von Kindersoldaten einsetzt. 

Außerdem stellt Junior Nzita sein Buch "Wenn ich mein Leben als Kindersoldat erzählen könnte" vor. Immer wieder bittet er den Übersetzer, Stellen aus dem Werk vorzulesen, die für ihn zu schmerzhaft sind, um sie zu erzählen. Doch es bleibt nicht dabei: "Verzeihen - mir selbst und denen die mich zum Soldat gemacht haben - ist was es mir ermöglicht mich heute zu engagieren." Manchmal gibt der Friedenspreisträger vier Vorträge, Workshops oder Interviews am Tag.

Für seine Arbeit erfährt er auch immer wieder Widerstände. So wurde er im Kontext eines Projekts mit dem Militär in Frankreich für drei Tage inhaftiert. Auch die internationalen Reisen und damit verbundenen Passkontrollen sind für ihn oft mit der Erfahrung von Diskriminierung verbunden. Trotz des Risikos, nimmt Junior Nzita jede Möglichkeit war, durch seine Geschichte Entscheidungsträger zu bewegen, sich gegen Waffenexporte einzusetzen. Er sagt: "Auch Ghandi oder Martin Luther King mussten diesen Mut aufbringen. Das möchte ich auch!"

Mit dieser starken Haltung und seiner mitreißenden Persönlichkeit hat Junior Nzita die Interessierten bewegt und auch in ihrem lokalen Engagement gestärkt. Jede und jeder ist Teil der globalen Strukturen, die z.B. durch Rohstoffwirtschaft, den Bürgerkrieg in der DRK fördert. Präventionsarbeit - hier und global - , den politischen Einsatz gegen Waffenexporte, die Unterstützung lokaler Initiativen, wie "Paix pour l'enfance", das sind Handlungsmöglichkeiten die Junior Nzita den Anwesenden ans Herz legt.

Zum Beispiel geht das über den Erwerb von Junior Nzitas Buch, dessen Erlös der Organisation zu Gute komme. Es ist online als e-Book erhältlich, kann aber auch über den Internationalen Versöhnungsbund erstanden werden.

Der Vortrag war eine Veranstaltung des Friedenskreis Halle e.V. im Rahmend er Ökumenischen Friedensdekade, in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und dem deutschen Zweig des internationalen Versöhnungsbunds. Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.

Diskussionsfreude bei der Globale in Halle

Was haben die Themen Gentechnik und Nachhaltige Landwirtschaft mit dem Friedenskreis zu tun? Bei der Begleitung des Films "Code of Survival" am 13. November im Rahmen der Globale in Halle wurde dies sichtbar - wenn auch nicht unmittelbar. Denn der Film löste eine rege Diskussion bei den ca. 50 interessierten Zuschauern aus.

"Wir sollten Gentechnik differenzierter betrachten!", war ein lauter Ruf besonders aus agrarwissenschaftlichen Kreisen. "Als wissenschaftliche Methode - nicht als Geschäftsmodell - ist Gentechnik die moderne Form der Züchtung. Nur das man vorher weiß, welche Veränderung man in den Pflanzen hervorruft". Zu Unrecht stände die Gentechnik-Forschung am Pranger und der Film übersehe die Chance im Kampf gegen Unterernährung

Andererseits sei "Wissenschaft nie losgelöst von Machtstrukturen." Aktivistische Stimmen kritisierten die wirtschaftlichen Interessen der Gentechnik-Politik - sowohl in den USA als auch in Europa. Große Unternehmen nutzen Ihren Einfluss ohne Verantwortung für die ökologischen Folgen ihrer Wirtschaft zu tragen.

In Deutschland wirken auch auf Grund zivilgesellschaftlichem Engagements noch relativ restriktive Regelungen, die den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verhindert. Allerdings dürfen solche Pflanzen importiert und als Futtermittel verwendet werden, ohne dass dies auf daraus produzierten Lebensmittel speziell gekennzeichnet werden muss. Internationale Handelsabkommen könnten hier die Intransparenz sogar noch verstärken. 

Daniel Fischer, vom Friedenskreis eingeladen als Experte für Ansätze nachhaltiger Landwirtschaft, brachte daneben die Perspektive eines umfassenden landwirtschaftlichen Umdenkens ein. Er forscht zur Terra Preta, einer Humuserde, die in Indigenen Traditionen ihren Ursprung hat. Während der Film vor allem biodynamische Landwirtschaft als Alternative darstellt und sich auf größtenteils westlich initiierte Entwicklungsprojekte beschränkt, zeigte Daniel Fischer darüber hinaus unterschiedlichen Formen der Kreislaufwirtschaft auf.

Daraus entsprang dir Frage: „Wer spricht für wen, in Fragen der Nachhaltigkeit?“ - ist ein gentechnisch veränderter Reis, der einen Großteil menschlich benötigter Nährstoffe enthält wirklich ein Schlüssel zu gutem Leben für alle? Welche Stimmen im lokalen Widerstand, z.B. gegen Landraub, werden im Film nicht gezeigt?

Und nun: was hat all dies nun mit Frieden zu tun? Im Friedenskreis begreifen wir Frieden als einen Prozess der aktiven Gewaltfreiheit, der konstruktiven und zivilen Konfliktbearbeitung, als gelebte Demokratie, transkultureller Vielfalt und globaler Gerechtigkeit. Diese Themen durchziehen unser Leben im Querschnitt, sei es in Fragen unserer Ernährung oder unserer Diskussionskultur. In der Moderation der Diskussion im Luchs.Kino wurden all diese Elemente sichtbar und im Ausdruck der unterschiedlichen Positionen wurde deutlich: hier beginnt Transformation.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für diesen spannenden Lernprozess!

 

Rund 700 Menschen verbinden die Botschaften der USA und Nordkoreas

Bunte Menschenkette für Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbot


Mit einer ein Kilometer langen Menschenkette zwischen den Botschaften der USA und Nordkoreas haben rund 700 Menschen heute in Berlin ein Zeichen gegen atomare Aufrüstung und die Gefahr eines Atomkrieges gesetzt. Dabei haben als Donald Trump und Kim Jong-un verkleidete Friedensaktivisten zwei nachgebaute Atombomben in Originalgröße die Strecke entlang geschoben. Mit der Aktion verbindet ein breites Bündnis von Friedens-, Umwelt- und Entwicklungshilfeorganisationen die Forderung an die künftige Bundesregierung, dem UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen beizutreten und die US-Atombomben aus Deutschland abzuziehen.

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 Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ kritisiert fortgeführte Waffenexporte an Kriegsland Saudi-Arabien massiv

 

Aufschrei-Kampagne fordert Festschreibung eines Rüstungsexportkontrollgesetzes

 

Mit Nachdruck fordert die Kampagnensprecherin Christine Hoffmann: „Jetzt gilt es  ein Rüstungsexportkontroll-gesetz ins Regierungsprogramm zu schreiben.  Es geht hier um die Umsetzung des Waffenproduktions- und Waffenhandelsvorbehalts  in Artikel 26 Absatz 2, dem Friedensparagraphen des Grundgesetzes. So ein neues Gesetz sollte  zum Beispiel den Export von Kleinwaffen und Munition und die Lizenzvergabe für ganze Waffenfabriken oder das dazugehörige Know-how verbieten.“

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Danke für 43.408 Unterschriften – Starkes Zeichen an Jamaika für Abzug der Atomwaffen

Liebe Freundinnen und Freunde,

gestern haben wir unsere Petition „Taten statt leerer Worte: Abrüstung statt Aufrüstung der Atomwaffen!" an Cem Özdemir und Agnieszka Brugger von den Grünen überreicht, damit die Forderung nach Abzug der Atomwaffen aus Büchel in den laufenden Sondierungsgespräche Gehör findet. Leider konnten oder wollten sich CDU/ CSU und FDP keine Zeit für die Übergabe nehmen. Insgesamt wurden 43.408 Unterschriften übergeben. Ein starkes Zeichen!

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Abrüsten statt Aufrüsten!

 

Ein außergewöhnlicher, der Not gehorchender Aufruf wurde am 6.11.2017 veröffentlicht: vier Gewerkschaftsvorsitzenden, neben einem Nobelpreisträger, führende Vertreterinnen und Vertreter der Friedens- und Umweltbewegung, neben bekannten Künstlerinnen und Künstlern, kritische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, sowie Engagierte aus den Bewegungen für Nachhaltigkeit und eine gerechte Welt wenden sich an die Öffentlichkeit mit dem Appell „abrüsten statt aufrüsten“. Die Unterzeichnenden fordern von der (neuen) Bundesregierung: „Keine Erhöhung der Rüstungsausgaben – Abrüsten ist das Gebot der Stunde“. 

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Vortrag und Diskussion
Für eine Kindheit in Frieden / Paix pour l’enfance

22. November, 19:30 Uhr / alte Jugendherberge / August-Bebel-Str. 48a, Halle

Halle (Saale), 14.11.2017 - Am Mittwoch den  22. November 2017 um 19.30 Uhr lädt der Friedenskreis Halle e.V. und die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Bericht des Friedenspreisträgers Junior Nzita über Kindersoldaten im Kongo ein.

Vortrag des Friedenspreisträgers Junior Nzita

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Der Friedenskreis e.V. Halle wünscht der DVG-VK alles gute zum 125.!


Am 9. November 1892 wurde in Berlin von den späteren Friedensnobelpreisträgern Bertha von Suttner und Alfred Hermann Fried die „Deutsche Friedensgesellschaft“ gegründet. *125 Jahre später sind wir aktiver denn je – denn die Zeit verlangt es leider:* In Syrien herrscht noch immer Krieg, die Bundeswehr ist in Mali und anderswo im
Einsatz, Donald Trump und Kim Jong-un drohen sich gegenseitig mit einem Atomschlag und zwischen der NATO und Russland beginnt ein neues Wettrüsten. Wir sind dazu aktiv, machen Vorschläge für eine zivile Lösung des Syrien-Kriegs und anderer Konflikte, organisieren Proteste gegen Bundeswehr-Einsätze, haben mitgeholfen, bei den Vereinten Nationen
einen weltweiten Atomwaffenverbotsvertrag zu beschließen (bei dem die Atommächte und auch die Bundesregierung ihre Unterschrift aber noch verweigern), und versuchen, Rüstungsexporte zu stoppen. Für eine friedlichere Welt braucht es eine starke Friedensbewegung – und eine starke, kreative und aktive DFG-VK! *Zum Geburtstag wünschen wir als
alter Verband uns, dass junge Menschen ihre friedenspolitischen Vorstellungen bei uns umsetzen!*

Spendenlinks: - https://www.dfg-vk.de/spenden
- https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=_s-xclick&hosted_button_id=863ZLJGDHM2RJ

Es war mal wieder soweit , das FK-Wochenende wurde gemeinsam zelebriert.

Am Freitag den 20.10. bis Sonntag den 22.10.2017 fand das Friedenskreis-Wochenende, in der Villa Jühling in Halle statt. Dieses stand unter dem Thema „FREIRÄUME_schaffen, gestalten, nutzen“ und regte uns als Teilnehmer_innen dazu an das Wochenende frei und eigen zu gestalten.

Eingeladen waren alle Mitarbeiter_innen, Mitglieder mit ihren Familien, Freiwillige und ehemalige Freiwillige des Friedenskreises. Erstmals waren auch alle Internationalen Freiwilligen aus den Balkanstaaten und Ruanda mit dabei. Um 16.00 Uhr wurde der Open Space durch die Moderation von unserer Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Franziska und der ehemaligen internationalen Freiwilligen Samra eröffnet und alle im Raum hatten die Möglichkeit ein Angebot/ Workshop anzubieten oder ihre Themen und Ideen zu teilen und teilzunehmen.

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Vorurteilsbewusst - geht das überhaupt!? - Neuer Termin: 23.02. bis 24.02.2018

Bitte beachten: die Veranstaltung wurde auf Februar 2018 verschoben!

Ausgrenzung und Unterdrückung gehören zum Alltag in Schule, Familie, Beruf und vielen anderen Lebensbereichen. In dieser Fortbildung laden wir Sie dazu ein, die dahinter stehenden Mechanismen sichtbar zu machen, sich kritisch mit sich selbst, sowie den grundlegenden Wirkungsweisen von Diskriminierung auseinander zu setzen.

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