Ein radikaler und konsequenter Aufruf für den Frieden

Das „Magdeburger Friedensmanifest“ ist eine generelle Absage an Gewalt, ohne Wenn und Aber. Es ist ein Aufruf zur aktiven Gewaltlosigkeit. Und es ist ein Signal auch an die evangelische Kirche, ebenso aber auch an alle Kirchen, Jesus auf seinem Weg des Gewaltverzichts in allen Lebensbereichen nachzufolgen und an einer zukünftigen Friedensordnung mitzuwirken.

 Erste Grundlagen bereits im Vorfeld des Kirchentages durch viele Thesen und Anregungen entstanden, wurde das eigentliche Manifest beim Kirchentag auf dem Weg in Magdeburg in einer Friedenswerkstatt erarbeitet. Von Vertretern christlicher und nichtchristlicher Friedensverbände wie beispielsweise der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), dem Friedenskreis Halle, dem Forum Friedensethik der Evangelischen Landeskirche in Baden, Vertretern der Friedensarbeit in den Landeskirchen der EKD, Menschen aus der Friedensarbeit in Gemeinden und Kreisen, der Friedensbewegung oder Friedensgruppen.
Die Verfasser verstehen das Manifest als Diskussionspapier und freuen sich über Rückmeldungen.

  In mehreren Thesen erhebt das Friedensmanifest seine Stimme für einen Weg zur Gewaltlosigkeit. Politische Konflikte könnten nicht militärisch gelöst werden, daher müsse der Weg wegführen vom Vertrauen auf militärische Stärke, Abschreckung und Abschottung hinzu einer krisenpräventiven, friedens- und gerechtigkeitsfördernden Politik mit einem Vorrang für zivile Ansätze. Darum fordert das Manifest auf, dass künftig eine Friedenslogik statt militärischer Sicherheitslogik das Leitbild der EKD prägen soll.

  Das Friedensmanifest postuliert eine Streitkultur, die Unterschiede aushält, Spannungen erträgt, den Dialog sucht, Versöhnung moderiert und sich gegen Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung positioniert. In den Kirchen soll eine gewaltfreie, konstruktive Konfliktbearbeitung gelernt werden. Und es soll der Blick geweitet werden auf die Eine Welt. Dabei sollen nicht nur die Auswirkungen von Krieg, Gewalt und Flucht, sondern auch deren Ursachen wie Verteilungsgerechtigkeit, globale, diskriminierende Wirtschaftsstrukturen und Machtverhältnisse Beachtung finden.

  „"Wir wollen weg von der Vorstellung, dass Sicherheit und Frieden nur im Zusammenhang mit Militär zu erreichen ist. Wir brauchen ein Umdenken. Und wir wollen eine Friedens- und nicht-militärische Sicherheitslogik“." unterstreicht Stefan Maaß, der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Baden.

Das dreiseitige Manifest finden Sie als PDF-Datei im Anhang

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