DAS ERASMUS - PROGRMM DIE „KLAGE DES FRIEDENS“ (1517) - 20./21.04.2017

Die Streitschrift des Erasmus von Rotterdam von 1517
und der Streit um den Frieden heute
Das 16. Jahrhundert war nicht nur das Jahrhundert der Reformation,es war auch das Jahrhundert der Wiederentdeckung des Themas Friede. In seinem berühmten Essay „Querela Pacis“ von 1517 lässt Erasmus die Pax, den Frieden selbst sprechen. In Vorwegnahme zentraler Einsichten der philosophischen Anthropologie des 20. Jahrhunderts argumentiert Erasmus, dass das eigentlich vernunftbegabte Wesen Mensch hinter die Tiere zurückfalle, die niemals Artgenossen töten. Dringlicher noch ist seine theologische Argumentation unter Bezug auf die Bergpredigt. Mit besonderer Vehemenz wird der Widerspruch herausgearbeitet, der zwischen der christlichen Botschaft und der Anwendung tötender Gewalt besteht. Die Stimme des Friedens wird zu einem leidenschaftlichen Appell sowohl an die Fürsten wie an Kirche und Theologie.


Die Querela Pacis ist die rhetorisch brillante Eröffnung eines philosophischen und theologischen Diskurses der Neuzeit, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Der diesjährige Hochschuldialog will diesen Diskurs aufnehmen, ihn aktualisieren und in verschiedene Themenfelder hinein weiterführen. Am Vorabend der Tagung besteht Gelegenheit, die Schrift des Erasmus als Lesung zu erleben. Am Freitagvormittag wird PD Friedemann Stengel den reformationshistorischen Kontext darstellen, in den die „Klage des Friedens“ hineinspricht. In einem zweiten Vortrag wird die Schrift selbst durch Prof. Nauerth näher analysiert und interpretiert (jeweils mit Diskussion). Am Nachmittag soll die Vielfalt der angesprochenen Problemaspekte in Arbeitsgruppen vertieft werden. Zum Abschluss wird Oberkirchenrätin Hinrichs die Bedeutung der Erasmus-Schrift für die gegenwärtige friedensethische Diskussion in Kirche und Gesellschaft thematisieren und den Ausblick für zukünftiges Friedens-Handeln eröffnen.

Flyer


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