Wahlprüfsteine "Nachgefragt und beim Wort genommen" 2014

Beate Gellert

Als Einzelkandidatin hat Beate Gellert am Speeddating teilgenommen.

 

Beate Gellert

 

Und das sind ihre Antworten auf eure Wahlprüfsteine:

 

  • Schulprojekte und Schulausstattung
  • Kinder- und Jugendarbeit, Vereine und Ehrenamt
  • Miteinander leben und voneinander lernen
  • Natur und Umwelt
  • Straße und Verkehr, öffentliche Plätze
  • Veranstaltungen und Konzerte

 

Schule, Schulprojekte, Ausstattung der Schule, Schulhof, Sportplatz, Turnhalle

Frage 1: Wie stehen Sie zu einem kostenfreien W-LAN-Zugang für Schüler_innen in der Schule?

Jeder/m Schüler/in sollte ein kostenfreier W-LAN-Zugang in der Schule gewährt werden, um die Chancengleichheit für alle SchülerInnen zu verbessern

Frage 2: Was werden Sie dafür tun, damit alle halleschen Schulen über eine Sporthalle am Schulgebäude verfügen, welche auch benutzbar sind?

Jeder Schule sollte in ihrer unmittelbaren Nähe eine benutzbare Turnhalle zur Verfügung stehen (an einigen Schulen ist dies aus Platzgründen nicht immer möglich, deshalb - in unmittelbarer Nähe). Neben einer umfangreichen und interessanten Wissensvermittlung, sollte Sport und Bewegung auf keinen Fall zu kurz kommen - leider ist dies momentan an vielen Schulen der Fall, diese ungünstigen Zustände müssen so schnell als möglich abgestellt werden.

 

Kinder- und Jugendarbeit, Jugendclubs, Vereine & Ehrenamt

Frage 1: Was gedenken Sie zu tun, um der Langeweile Jugendlicher vorzubeugen? Welche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche werden Sie unterstützen?

Ich selbst bin Geschäftsführerin des "Kinder- und Jugendhaus" e.V. und kämpfe seit nun mehr fast 20 Jahren gemeinsam mit dem Stadtjugendring und anderen freien Trägern um den Erhalt von Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen in unserer Stadt. Leider sahen bis jetzt einige politische Vertreter die sogenannten freiwilligen Leistungen als "notwendiges Übel" und haben diese gesetzlich vorgeschriebene Aufgabe stark vernachlässigt. Ich bin aber der starken Hoffnung und Überzeugung, dass sowohl unser OB Herr Dr. Wiegand als auch Teile der Stadtverwaltung, der Stadtjugendring und einige neue Stadträte die Bedarfe und den "Zahn der Zeit" erkannt haben und wieder in die offene Kinder- und Jugendarbeit investieren, damit Halle "eine Jugend wert" bleibt bzw. wieder wird. Kinder und Jugendliche sind (Gott sei Dank) bunt und unterschiedlich, haben unterschiedliche Bedürfnisse und so unterschiedlich sollten auch die Möglichkeiten der Treffpunkte sein, sei es die Skater-Bahn in Halle-Neustadt, das Krokoseum, der Waldorf Jugendtreff oder das "Kinder- und Jugendhaus" in der Züricher Straße im Süden von Halle.

Langeweile bei Jugendlichen vorzubeugen - das kann ich nicht, dass muss jeder selbst für sich entscheiden, denn in Halle ist so viel für Kinder und Jugendliche los - bzw. kann los sein, wenn "Jugend" es selbst will und ihr RECHT einfordert.

Frage 2: Werden Sie Jugendclubs für Jugendliche unterstützen und fördern, die als „Auffangstationen“ dienen können und den Jugendlichen einen geschützten Rückzugsort bieten?

Ja, aber mit sozialpädagogischen Ansprechpartnern, wobei der Begriff "Auffangstation" näher erläutert werden sollte.

Frage 3: Was können Sie als Kommunalpolitikerin tun, um Jugendlichen eine besser auf ihre Interessen und Fähigkeiten zugeschnittene Berufsausbildung gewährleisten zu können?

Wir als "Kinder- und Jugendhaus" e.V. bereiten bereits die Hortkinder der Klassenstufe 3 und 4 auf ein Berufsleben vor, bzw. stellen ihnen verschiedene Arbeitsfelder vor, indem wir Betriebe wie die KSB AG, Papenburg AG, die BG Kliniken Bergmannstrost oder andere Unternehmen besuchen und Berufsgruppen vor Ort vorstellen, damit sich die Kinder frühzeitig orientieren können. Weiterführend arbeiten wir im Bereich der Schulsozialarbeit an verschiedenen Schulen ebenfalls im Bereich der beruflichen Orientierung.
Ein weiteren Einblick in verschiedene soziale Berufen geben wir als Träger selbst in Form von Praktikumsmöglichkeiten. Wichtig ist, sich in den Klassenstufen 6 - 9 in verschiedenen Arbeitsfeldern ausprobieren zu können, damit der Traumberuf nicht zum "Alptraum" wird.

Frage 4: Was werden Sie für den Erhalt und die Förderung von Sport-, Musik- und Kulturvereinen tun, sodass sich auch Jugendliche aus sozial schwachen Familien eine Mitgliedschaft leisten können?

Hier muss es noch einen besseren und unkomplizierteren Zugang für jeden jungen Menschen geben, aber auch eine gesunde Mischung von kommunaler Verpflichtung und ehrenamtlichem Engagement bzw. Sponsoring aus dem Wirtschaftsbereich (nicht nur für den Fußball).

Miteinander leben und voneinander lernen (Migration, Integration, Inklusion)

Frage 1: Werden Sie sich für die Einrichtung eines Generationentreffs einsetzen? Wie?

Ich bin sehr für Generationstreffpunkte/ -orte, aber sie müssen aus sich selbst heraus entstehen und wachsen und nicht "künstlich initiiert" werden. Die Kommune bzw. freie Träger können hier gute Basisarbeit leisten - siehe Humanistischer Regionalverband am Rosengarten.

 

Frage 2: Welche Schritte werden Sie unternehmen, um eine bessere Integration all der unterschiedlichen Menschen, die in Halle leben, in Schulen und Kindergärten zu fördern?

Wir als Träger arbeiten seit Jahren im Bereich der Migration und Integration und haben sehr gute Erfahrungen sammeln können. Ich selbst leite als Koordinatorin des Migrationsnetzwerkes in Halle die Fachgruppe: Gesellschaftliches Leben, Kultur, Freizeit, Sport und Gesundheit. Unsere MitarbeiterInnen werden regelmäßig im Bereich multikulturelle Kompetenz geschult. Einer der wichtigsten Integrationspunkte ist der Bereich Sprache. Auch diesen Punkt fördern wir auf verschiedenen Ebenen unseres Trägers in meinem Verantwortungsbereich. Unsere Einrichtungen (Kita´s, Hort und die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen) besuchen sehr viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund aus ca. 20 verschiedenen Nationen. Es ist einfach spannend und interessant, voneinander zu lernen. Seit ca. 5 Jahren kommen immer für jeweils ein Jahr junge Menschen, welche bei uns ein europäisches freiwilliges Jahr absolvieren. Auch dieser Austausch ist für uns/ für mich jedes Mal ein großer und schöner Gewinn.

Frage 3: Inwiefern spielt der Austausch bzw. das Kennenlernen verschiedener Kulturen eine Rolle in Ihrer politischen Arbeit?

Wie o.g. leite ich eine der Fachgruppen, bilde mich selbst in unseren kommunalen Netzwerken auf diesem Gebiet weiter und habe zu vielen verschiedenen Menschen unterschiedlicher Kulturkreise sehr guten Kontakt. Ich bin sehr dafür, dass Halle nicht nur "Transit-Stadt" bleibt, sondern von anderen Kulturen und deren Wissen bereichert und "bunter wird". An unserer Universität studieren viele ausländische Studenten, welche das gute Image unserer Stadt "in die weite Welt tragen", wir aber auch von ihnen ein Stück weit ihre Landeskultur erleben dürfen.

 

Beate Gellert

 

Natur und Umwelt

Frage 1: Setzen Sie sich für mehr Grün und mehr Bänke auf dem Schulhof ein? Wo sehen Sie für sich als Kommunalpolitiker_in Gestaltungsmöglichkeiten?

Zum einen bin ich Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und möchte mich in der Tat für mehr Grün -  Bäume, Blumenrabatten und Bänke im Schulgelände einsetzen, denn die "dritte pädagogische Kraft ist der Raum" (Lori Malaguzzi - Reggiopädagogik), zum anderen lernt man "im Grünen" einfach besser (eigene Erfahrungen).

 

Frage 2: Unterstützen Sie regionalen Gemüse- und Obstanbau? Wie gedenken Sie dies zu tun?

Ich habe einige Jahre bei der Saale-Obst GmbH gearbeitet und kann unser regionales Obst und Gemüse sehr empfehlen. Es unterstützt die hiesige Landwirtschaft und somit die Region und es werden lange Transportkosten gespart. Hier hilft "nur" Vorbildwirkung und "Weitersagen".

Straße und Verkehr (Schulweg), öffentliche Plätze

Frage 1: Sehen Sie den Bedarf, dass es mehr öffentliche Plätze gibt, wo Jugendliche willkommen sind? Werden Sie sich dafür im Stadtrat stark machen?

Die Jugendlichen sollten sich "ihre" Plätze selbst erobern und nicht auf oft langwierige Stadtratsbeschlüsse warten. Es gibt in Halle viele traditionelle "öffentliche Plätze" für Jugendliche - so z.B. im Süden im Pestalozzi-Park, oder auf der Peißnitz, ... . Für mich sind Jugendliche immer und überall willkommen, sie sind unsere Zukunft und beleben das Stadtbild. Man sollte keine "Gruppierung" irgendwo "einzäunen". Oder sollte man jetzt auch über "öffentliche Plätze" für Senioren nachdenken?

 

Frage 2: Warum werden Spielplätze abgerissen, ohne die Kinder zu fragen (z.B. am kleinen Teich)? Welche Alternativen sehen Sie, Spielplätze zu erhalten und zu modernisieren, obwohl die städtische Kasse dies scheinbar nicht zulässt?

Hierzu weiß ich, dass der Kinder- und Jugendrat der Stadt zusammen mit dem Kinderbeauftragten einen Spielplatz-Check gemacht hat und sich sehr intensiv für die Spielplätze einsetzt. Zu dem konkreten Spielplatz müsste ich nachfragen.

 

Frage 3: Können Sie sich vorstellen, Schüler_innen kostenlose Parkplätze während ihrer Schulzeit und in der Nähe ihrer (Berufs-)Schulen zur Verfügung zu stellen? Was werden Sie dafür tun?

Diese Frage ist für mich schwieriger zu beantworten. Wenn, dann müssten die Berufsschulen entsprechende Parkplätze zur Verfügung stellen, aber generell würde ich diese Frage verneinen.

 

Veranstaltungen und Konzerte

Frage 1: Haben Sie Maßnahmen geplant, um das Charlottencenter als kulturellen Treffpunkt für Jugendliche zu erhalten? Welche?

Hierzu würde ich gern mit den potentiellen Nutzern sprechen und ihre Wünsche und Vorstellungen mit aufnehmen, da ich nicht in diesem Gebiet "zu Hause" bin.

 

Frage 2: Wie werden Sie sich dafür einsetzen, ein kulturelles Angebot (z.B. mehr Open-Air-Partys) zu schaffen, um die Stadt attraktiver für Jugendliche zu machen?

Ich bin sehr dafür und würde wie o.g. die Wünsche und Vorstellungen mit aufnehmen. Die vielen guten Beispiele im letzten Jahr sind einfach nur zu unterstützen - z.B. auch im Nordbad, oder auf der Peißnitz - wichtig für mich ist, dass nach der Party auch das Aufräumen klappt - ich habe hier selbst große Erfahrungen beim Parkfest im sonnigen Süden von Halle, welches ich mit organisiere, sammeln können.

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