Vortrags- und Workshop-Reise zu ziviler Konfliktbearbeitung im Ausland während der Friedensdekade, 11. - 15. November 2013


Seit mehreren Jahren organisiert der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Wolfgang Geffe, Vortragsreisen mit Friedensfachkräften im Zeitraum der seit 1980 jährlich stattfindenden Friedensdekade. Da es seit 1. Juli 2013 in Zusammenarbeit zwischen AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden), EKM (Ev. Kirche in Mitteldeutschland) und Landeskirche Hannovers im Friedenskreis eine fest angestellte ehemalige Friedensfachkraft gibt, die im Rahmen des Projekts „Zivil statt militärisch“ Bildungsmodule zum Thema Zivile Konfliktbearbeitung im Ausland anbietet, konnte diese Stelle die Veranstaltungen der diesjährigen Vortrags- und Workshop-Reise übernehmen.


Vortrag in der Friedenskirche in AuerstedtMeine Reise begann in Auerstedt und führte mich während der 5 Tage außerdem nach Bad Sulza, Wormstedt, Wittenberg, Mühlanger, Jena, Magdeburg und Staats. Die Tage waren gefüllt mit spannenden Austausch- und Diskussionsrunden zu meiner Arbeit in Kamerun mit SchülerInnen der 9., 11. und 12. Klasse, Forumtheater-Konfliktszenen mit einer 5. Klasse, Gewaltdiskussionen mit KonfirmandInnen, Geschichten von Frieden in einer Kindergruppe für 4 bis 11jährige, Reflexionen mit einer 8. Klasse zur Situation Jugendlicher in Kamerun und kritischen Fragen sowie ermutigenden Zusprüchen in Kirchengemeinden, SeniorInnen-Gruppen und Erwachsenen-Gesprächsrunden. Während all der Vorträge und Workshops ging es im Kern um meine Friedensarbeit, die ich von 2010 bis 2013 in Kamerun geleistet habe. Vor allem während der Vorträge war es spannend zu sehen, wie schnell die Zuhörenden Parallelen zu ihrer eigenen Lebenswelt ziehen konnten und die Probleme Jugendlicher in Kamerun, mit denen ich mich vor allem befasst habe, als durchaus relevant für sich selbst empfanden. Auch bei den Jugendlichen, mit denen ich schwerpunktmäßig zum Thema Jugendgewalt und Perspektiven Jugendlicher in Kamerun gearbeitet habe war es beeindruckend zu sehen, wie eingängig für Jugendliche in Deutschland die Zwickmühlen kamerunischer Jugendlicher sind: nicht gehört zu werden und das Gefühl zu haben in der Gesellschaft kein Mitspracherecht zu haben führt sowohl in Kamerun als auch in Deutschland zu Frustration. Schnell wurden Parallelen gezogen zu Gruppen von Menschen, die in Deutschland am Rande der Gesellschaft stehen und die in ihrer Perspektivlosigkeit Gefühle von Frust und Machtlosigkeit entwickeln.

Workshop mit SchülerInnen in Bad SulzaEs war eine runde Woche mit vielen verschiedenen Begegnungen, Diskussionen und Denkanstößen. Mein Dank gilt all denjenigen, die sich auf meinen Besuch und meine Berichte einließen, und mir darüber hinaus Einblicke in ihre eigene Friedensarbeit gewährten – ermutigende Beispiele für ganz praktische Friedensarbeit bei uns!


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