TRANSKULTURELLE VIELFALTtranskulturelle Vielfalt

Transkulturelle Vielfalt spiegelt die gegenwärtige Gesellschaft wider. Im Friedenskreis Halle sind Transkulturalität und Diversität daher Leitwerte und Querschnittsthemen.

Wir vertreten einen erweiterten Kulturbegriff.  Dieser geht davon aus, dass Kultur nicht statisch, festgeschrieben oder unabänderlich ist, sondern dynamisch und nie abgeschlossen. Der Mensch als solches ist von Kultur geprägt, selbst aber auch ein Kultur prägendes und schaffendes Wesen. In der gesellschaftlichen Praxis drückt sich dieser Sachverhalt in der Vielzahl von unterschiedlichen Lebensentwürfen und Mehrfachverortungen aus. Die Menschen innerhalb unserer Gesellschaft bilden anhand dieser Lebensentwürfe und Verortungen eine Vielzahl verschiedener Gruppen, z.B. in folgenden Themen-/ Lebensbereichen: Nationalität, Hautfarbe, Geburtsort, sexuelle Orientierung, Glauben / Religion, Beruf, politische Orientierung, Familienstand, Hobbys. Einige dieser Zugehörigkeiten sind selbst gewählt, andere sind gegeben, manche sind Selbstzuschreibungen und andere Fremdzuschreibungen. Es ergeben sich automatisch Überschneidungen zwischen den verschiedenen Gruppen durch Mehrfachverortungen. Ein Mensch kann also gleichzeitig Europäer_in, Sachse_Sächsin, Christ_in, Sohn_Tochter, Mutter_Vater, in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft lebend und Mountainbike-Fan sein. Je nach Kontext treten eine oder mehrere Zugehörigkeiten in den Vordergrund oder in den Hintergrund.

Es ist Aufgabe unserer Bildungsarbeit, Ängste, die aus der Vielzahl von möglichen Verortungen und Gruppenzugehörigkeiten resultieren, abzubauen. Dabei soll dargestellt werden, welche Bereicherung eine Gesellschaft basierend auf zahlreichen unterschiedlichen Lebensentwürfen und Gruppen bedeutet. Ausdruck dessen ist eine wertschätzende Haltung gegenüber Vielfalt und dem 'Anders-Sein'. Dabei wird nach gemeinsamen Nennern zwischen Gruppen, die (scheinbar) unterschiedlich sind, gesucht – das Individuum rückt dabei in den Vordergrund und Vorurteile bzw. Zuschreibungen werden relativiert oder abgebaut. In (scheinbar) homogenen Gruppen wird die Vielfalt der unterschiedlichen Herkünfte und Einstellungen methodisch herausgestellt um die Diversität des scheinbar Bekannten und Vertrauten sichtbar zu machen. Kurz: Es gilt, das Eigene im Anderen und das Andere im Eigenen zu entdecken. Dies zu verstehen bedeutet auch anzuerkennen, dass wir alle 'anders' sind – und damit auch alle 'gleich'. Wenn dies der Fall ist, sollte doch auch Platz für 'die Anderen' in diesem großen Konstrukt des 'Wir' sein...

Im Friedenskreis Halle erfolgt die Umsetzung des Leitwertes u.a. dadurch, dass wir in allen Teams (Büroteam, Trainer_innenteams, Vorstand,...) Diversität anstreben. Wir versuchen, sowohl in unserer Arbeit als auch im alltäglichen Miteinander Sprache bewusst zu gebrauchen und dadurch Konstruktionen, wie z.B. Nationalkulturen, zu hinterfragen. Wir engagieren uns stark in antirassistischer Arbeit und bauen an einer pluralen, offenen Gesellschaft. Schließlich gestalten wir unsere internationalen Freiwilligendienste gezielt als transkulturelle Lerndienste von allen Beteiligten aus und haben ein vielfältiges Bildungsangebot zu diesem Leitwert.


Links:
Projektseite des Bundesmodellprojekts „Transkulturelle Kompetenz. Eine aktuelle Schlüsselqualifikation“: http://friedenskreis-halle.de/projekt/transkulturelle-kompetenz.html  
Bildungsangebote des Friedenskreis Halle e.V.: http://www.friedenskreis-halle.de/bildungsangebote.html
Glossar Transkulturalität der Uni Bremen: http://transkulturalitaet.blogspot.de/
Weiterführende Literatur zu transkultureller Vielfalt findet sich in unserer Friedensbibliothek: http://friedenskreis-halle.de/ueber-uns/friedensbibliothek.html


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