Frieden bleibt eine Herausforderung!

Der Friedenskreis Halle e.V. bekräftigt zu seinem 25. Jubiläum sein Verständnis von Frieden.

Der Friedenskreis Halle feiert am 2. Mai 2015 den 25. Jahrestag seiner Entstehung.

Unter dem Eindruck der gewaltfreien Umbrüche in Deutschland und Osteuropa hatte sich 1990 eine Gruppe von Menschen aus verschiedenen Initiativen zusammen gefunden, um sich für eine Welt ohne Gewalt, Krieg und Militär einzusetzen. Bis heute arbeiten wir für dieses Ziel in den Bereichen Friedensbildung, Friedensdienste und Friedenspolitik.

70 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges, 70 Jahre nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki sehen wir uns nach wie vor einer erschreckend hohen Zahl an internationalen Konflikten gegenüber, die mit Waffengewalt geführt werden. Waffenexporte und von wirtschaftlichen Interessen bestimmte Machtpolitik dominieren das politische Agieren. Zahlreiche zivile, emanzipatorische Bewegungen werden nicht beachtet, unterdrückt oder niedergeschlagen.
70 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus erleben wir in Deutschland, Sachsen-Anhalt und Halle verbreiteten strukturellen Rassimus und Alltagsrassismus sowie eine hohe Anzahl an Übergriffen auf Geflüchtete und andere Minderheiten.
25 Jahre nach Ende des Kalten Kriegs ist unsere Vision von Frieden weder umgesetzt, noch wird Gewaltfreiheit als gesellschaftliche Basis geteilt.
Die seit dem Frühjahr 2014 von Berlin aus sich in einigen Städten verbreitende sogenannte „Mahnwachenbewegung oder Friedensbewegung 2014“ nutzt den Begriff Frieden polemisch in Zusammenhang mit einfachen und dogmatischen Welterklärungen sowie pauschaler Politik- und Medienhetze. In ihrem öffentlichen Auftreten, bei ihren Aktionen und unter ihren Protagonist_innen sind Tendenzen zu gruppenbezogenener Menschenfeindlichkeit, Gewaltanwendung und antidemokratischen Forderungen deutlich erkennbar.
Hiervon distanzieren wir uns klar und deutlich.

Und wir hören nicht auf, für unser Verständnis von Frieden zu streiten.
In unserer Arbeit und mit unseren Partner_innen erfahren wir immer wieder, dass Frieden in unserem Sinne sehr wohl möglich ist: Jährlich nehmen Tausende von interessierten Menschen unsere Bildungsangebote wahr, die konkrete Veränderungen in deren persönlichen und beruflichen Lebensumständen anregen.
Unsere Freiwilligen machen lebenslang prägende Lernerfahrungen und stärken zivilgesellschaftliche Initiativen langfristig. Projekte ziviler Konfliktbearbeitung im In- und Ausland sowie gewaltfreie Interventionen sind nachgewiesenermaßen erfolgreicher als gewaltsame.
Für den Friedenskreis Halle e.V. ist und bleibt Frieden nicht nur ein Ziel, sondern Frieden lebt als Prozess und Prinzip. Unser Verständnis von Frieden zeigt sich in unseren fünf Leitwerten:

Frieden bedeutet für uns aktive Gewaltfreiheit.
Aktive Gewaltfreiheit basiert darauf, die Würde keines Menschen zu verletzen, gewaltvolle Strukturen zu hinterfragen sowie alternative Strukturen aufzubauen und zu fördern.

Frieden bedeutet für uns konstruktive Konfliktbearbeitung.
Zwischenmenschliche und gesellschaftliche Konflikte gehören für uns zum Leben dazu. Ihre Funktion kann sogar positiv sein, da sie sozialen Wandel ermöglichen und herausfordern. Konstruktive Konfliktbearbeitung bedeutet für uns, Konflikte anzuerkennen, nach gewaltfreien Handlungsmöglichkeiten zu suchen und sich auf Konfliktpartner_innen einzulassen.

Frieden bedeutet für uns gelebte Demokratie.
Für eine lebendige Demokratie müssen Einzelne und Gruppen für ein Engagement in Fragen des Gemeinwohls sensibilisiert, aktiviert und unterstützt werden. Dazu gehört auch die Thematisierung von gesellschaftlicher Komplexität, von Machtpositionen und vom Umgang mit Minderheiten und Mehrheiten sowie das Hinterfragen und Prüfen des eigenen Handelns.

Frieden bedeutet für uns transkulturelle Vielfalt.
Kulturen sind weder unveränderlich noch klar abzugrenzen. Und daher bekämpfen sie sich nicht. Vielmehr gehen sie ineinander über. Menschliche Identität ist vielfach verortet und die unterschiedlichen Lebensentwürfe bereichern unsere Gesellschaft. Statt vermeintlich „Fremdes“ auszugrenzen, gilt es, das Eigene im Anderen und das Andere im Eigenen zu entdecken.

Frieden bedeutet für uns globale Gerechtigkeit.
Unser Menschen- und Gesellschaftsbild endet genauso wenig an Staatsgrenzen wie die Probleme unserer Zeit. Deshalb ist es nötig, sich auch für die Entwicklungen und Menschen außerhalb Deutschlands zu interessieren, globale Zusammenhänge aufzuzeigen, Partnerschaften auf Augenhöhe zu gestalten, notwendige Unterstützung zu bieten und gegen mögliche Ursachen misslicher globaler Entwicklungen in Deutschland anzugehen.
Alle, die dieses Verständnis von Frieden und die hier ausformulierten Werte mit uns teilen, heißen wir herzlich willkommen zur Zusammenarbeit. Weitere Informationen zu unserer Arbeit unter www.friedenskreis-halle.de sowie den Unterstützungsmöglichkeiten anläßlich des Jubiläums unter 25jahre.friedenskreis-halle.de

Ansprechperson:
Christof Starke, Geschäftsführer
(0345) 279807-10
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