Afghan Women’s Rights and Germany’s Role: A Closer Look at Recent Policy Decisions
– Deutsche Übersetzung weiter unten –
This article is the third in our series on the situation of Afghan women since the Taliban’s return to power. In our first newsletter, “Afghan Women’s Situation Under the Taliban: A Return to Darkness,” we examined how Afghan women have faced the systematic dismantling of their rights in education, employment, and public life since August 2021. In the second, „From Shadows to Solidarity: Afghan Women’s Resistance Continues,“ we discussed the courage of Afghan women and grassroots initiatives, both in Afghanistan and the diaspora, that continue to resist these restrictions.
In this final part, we turn our attention to Germany’s recent policy actions and their implications for Afghan women and those seeking safety.
The first action was to allow two Taliban-appointed diplomats to assume positions at the Afghan embassy in Berlin and the consulate in Bonn (DW). German officials emphasize that this does not constitute formal recognition of the Taliban regime, instead framing it as a move to provide consular services and facilitate deportations. However, for many Afghans, especially women, the symbolism is unmistakable. Putting these diplomatic offices under the control of representatives from a regime that prohibits women from education, work, and public life sends a troubling message. It risks weakening international pressure on the Taliban to uphold human rights and undermining Germany’s longstanding commitment to gender equality.
The second decision involves suspending Germany’s humanitarian admission program for Afghans (Reuters). This program was launched in October 2022 to provide safe resettlement for up to 1,000 vulnerable Afghans each month, including women’s rights activists, journalists, and former employees of international organizations. In reality, fewer than 1,600 people have been relocated since the program started. The suspension was announced in spring 2025 by the new German government and has left thousands stranded, many in dangerous conditions in transit countries like Pakistan. Among them are Afghan women who have already passed background checks and secured sponsorship. This suspension means no new admissions will be processed, closing one of the few safe and legal pathways for those most at risk under Taliban rule.
These two policy decisions—the acceptance of Taliban-appointed diplomats and the suspension of the humanitarian admission program—arrive at a time when Afghan women face severe restrictions on their fundamental rights. They raise important questions about how Germany can balance essential practical arrangements with its longstanding commitment to human rights. In this context, Germany’s actions will be remembered not only for their policy goals but also for how they help ensure safety, dignity, and meaningful opportunities for those most vulnerable.
Ahmad Naweed Ghulami
– Deutsche Übersetzung –
Dieser Artikel ist der dritte Teil unserer Serie über die Situation afghanischer Frauen seit der Rückkehr der Taliban an die Macht. In unserem ersten Newsletter „Die Situation afghanischer Frauen unter den Taliban: Eine Rückkehr in die Dunkelheit“ haben wir untersucht, wie afghanische Frauen seit August 2021 mit der systematischen Aushöhlung ihrer Rechte in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und öffentliches Leben konfrontiert sind. Im zweiten Teil, „Aus dem Schatten in die Solidarität: Der Widerstand der afghanischen Frauen geht weiter“, haben wir den Mut der afghanischen Frauen und die Basisinitiativen sowohl in Afghanistan als auch in der Diaspora thematisiert, die sich weiterhin gegen diese Einschränkungen wehren.
In diesem letzten Teil wenden wir uns den jüngsten politischen Maßnahmen Deutschlands und ihren Auswirkungen auf afghanische Frauen und auf diejenigen, die Sicherheit suchen, zu.
Die erste Maßnahme bestand darin, zwei von den Taliban ernannte Diplomaten zuzulassen, um Positionen in der afghanischen Botschaft in Berlin und im Konsulat in Bonn zu übernehmen (DW). Deutsche Beamte betonen, dass dies keine formelle Anerkennung des Taliban-Regimes darstellt, sondern als Schritt zur Bereitstellung konsularischer Dienste und zur Erleichterung von Abschiebungen zu verstehen ist. Für viele Afghan*innen, insbesondere Frauen, ist die Symbolik jedoch unverkennbar. Die Unterstellung dieser diplomatischen Vertretungen unter die Kontrolle von Vertretern eines Regimes, das Frauen Bildung, Arbeit und Teilhabe am öffentlichen Leben verbietet, sendet ein beunruhigendes Signal. Dies birgt die Gefahr, den internationalen Druck auf die Taliban zur Einhaltung der Menschenrechte zu schwächen und Deutschlands langjähriges Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter zu untergraben.
Die zweite Entscheidung betrifft die Aussetzung des humanitären Aufnahmeprogramms Deutschlands für Afghanen (Reuters). Dieses Programm wurde im Oktober 2022 ins Leben gerufen, um monatlich bis zu 1.000 schutzbedürftigen Afghanen, darunter Frauenrechtsaktivistinnen, Journalisten und ehemalige Mitarbeiter internationaler Organisationen, eine sichere Neuansiedlung zu ermöglichen. In Wirklichkeit wurden seit Beginn des Programms weniger als 1.600 Menschen umgesiedelt. Die Aussetzung wurde im Frühjahr 2025 von der neuen deutschen Regierung angekündigt und hat Tausende Menschen in einer schwierigen Lage zurückgelassen, viele davon unter gefährlichen Bedingungen in Transitländern wie Pakistan. Unter ihnen sind afghanische Frauen, die bereits Hintergrundüberprüfungen durchlaufen und eine gesicherte Finanzierung haben. Diese Aussetzung bedeutet, dass keine neuen Aufnahmen mehr bearbeitet werden, wodurch einer der wenigen sicheren und legalen Wege für diejenigen, die unter der Taliban-Herrschaft am stärksten gefährdet sind, geschlossen wird.
Diese beiden politischen Entscheidungen – die Anerkennung der von den Taliban ernannten Diplomaten und die Aussetzung des humanitären Aufnahmeprogramms – fallen in eine Zeit, in der afghanische Frauen mit erheblichen Einschränkungen ihrer Grundrechte konfrontiert sind. Sie werfen wichtige Fragen darüber auf, wie Deutschland wesentliche praktische Vereinbarungen mit seinem langjährigen Engagement für die Menschenrechte in Einklang bringen kann. In diesem Zusammenhang werden die Maßnahmen Deutschlands nicht nur wegen ihrer politischen Ziele in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen ihres Beitrags zur Gewährleistung von Sicherheit, Würde und sinnvollen Chancen für die am stärksten gefährdeten Menschen.Ahmad Naweed Ghulami