Inspirierender Fachtag „Dialog Sachsen-Anhalt“

Im April war der Friedenskreis Halle e.V. Mitveranstaltender des Fachtages „Dialog Sachsen-Anhalt – Praxis trifft Politik trifft Medien“ von Mehr Demokratie e.V., bei dem am 22.04 über 120 Menschen aus Zivilgesellschaft, Kommunalpolitik und Medien in Halle (Saale) zusammengekommen sind.

Gemeinsam hat uns eine zentrale Frage bewegt: Wie gelingt es uns, gerade in herausfordernden Zeiten, im Gespräch zu bleiben und wieder mehr Menschen zu erreichen?

Wir haben viel Resonanz erlebt – in den Gesprächen vor Ort und auch im Nachgang. Eine Teilnehmerin hat in einem Beitrag gefragt: „Wie schaffen wir es, Menschen wieder stärker miteinander ins Gespräch zu bringen – gerade dann, wenn Meinungen auseinandergehen?“ Diese Frage hat sich durch den Tag gezogen. Gleichzeitig wurden ganz konkrete Antworten und Ansätze sichtbar. Beispiele aus der Praxis haben gezeigt, wie vielfältig Dialog aussehen kann: Dr. Karamba Diaby, einer unserer Panelgäste und ehemaliges Mitglied des Bundestages, suchte das Gespräch bewusst außerhalb klassischer Formate – „z.B. in Kleingärten und in der Straßenbahn.“

Die Bundessprecherin von Mehr Demokratie, Claudine Nierth, machte mit einfachen Methoden erlebbar, wie Begegnung und Zuhören beginnen können. Luca Phillip Piwodda, jüngster Bürgermeister Deutschlands in Gartz, betonte die Bedeutung „anständiger Diskussionen, um gemeinsam konkrete politische Lösungen zu finden.“ Auch die Rolle der Medien wurde intensiv diskutiert: Michael Naumann, Unternehmenssprecher des Mitteldeutschen Rundfunks, stellte die Frage, wo Dialog an Grenzen stößt und wie Vielfalt und Pluralität gleichzeitig gesichert werden können.

Als Friedenskreis waren wir auf dem Einstiegpodium mit dem neuen Projekt „Brücken in die Zukunft“ vertreten, mit den „Friedensgesprächen“ der AGDF präsent und am Programm mit dem Workshop „Die 5D´s der demokratischen Konfliktaustragung“ aktiv beteiligt.

Unser Fazit: In Sachsen-Anhalt passiert bereits viel. Zahlreiche Initiativen schaffen Räume für Austausch, entwickeln kreative Formate und bringen Menschen zusammen – oft mit großem Engagement und noch zu wenig Sichtbarkeit. Gerade darin liegt eine gemeinsame Aufgabe für die kommenden Monate: Diese Arbeit sichtbarer machen, voneinander lernen und sich stärker vernetzen, insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl. Lasst uns die entstandenen Verbindungen weiter nutzen, indem wir: Dialogformate teilen und weiterentwickeln, neue Räume für Begegnung schaffen und bewusst auch dort ins Gespräch gehen, wo es herausfordernd ist.

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