9. November - Erinnern heißt aktiv sein! Gegen Antisemitismus und rechte Propaganda

„Lügenpresse“ und auch „Judenpresse“, wurde vor einigen Wochen skandiert, als die sogenannte Montagsdemo „für den Frieden“ durch Halles Innenstadt marschierte. Seit über einem Jahr ist sie Bühne für wahnhafte Verschwörungstheorien, rassistische Hetze gegen Geflüchtete, antisemitische Parolen und anti-demokratische, völkische Propaganda. Systematisch wird an einer rechten Querfront gebaut, einer Verbindung etablierter Begriffe und Ideen mit denen des Rechtsextremismus.


Angeführt wird die Bewegung von einem (nach eigener Darstellung) ehemaligen rechts-extremen Kader und Vertreter_innen neu-rechter Bewegungen. Getragen wird sie von all denen, die bereit sind, für diese rechte Propaganda unter falschen Fahnen auf die Straße zu gehen.Wo Freiheit für den Holocaustleugner Horst Mahler gefordert wird, wo von jüdischem Finanzkapital, das die Welt beherrsche schwadroniert wird, wo die neonazistische und rechtsextreme Brigade Halle in Mannschaftsstärke mit Fahne steht: dort geht es nicht um Frieden.


In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden im ganzen damaligen Deutschen Reich Geschäfte von Juden und Jüdinnen zerstört, Friedhöfe verwüstet, Gebäude in Brand gesteckt. Durch das NS-Regime vorbereitet und gesteuert beherrschten SA-Schlägertrupps gemeinsam mit anderen Gliederungen der NSDAP und des Staates die Straßen. Sie inhaftierten,verschleppten und ermordeten Jüdinnen und Juden, plünderten ihren Besitz und zerstörten Synagogen und Gemeinden, unter reger und bereitwilliger Beteiligung der deutschen Bevölkerung, – auch in Halle. Die Nacht war Ausdruck des tief verwurzelten Antisemitismus der deutschen Bevölkerung, ihrer Bereitschaft nationalsozialistischer Propaganda willfährig zu folgen und Signal für den kommenden Holocaust.

Das historische Datum der Reichs-pogromnacht erinnert in besonderer Weise, warum es gilt, sich immer und jederzeit gegen jede Form des Antisemitismus, gegen jeden Rassismus und jede Ausgrenzung zu stellen. Die Montagsdemonstrationen behaupten, sie stehen für den Frieden. Aber für Frieden lässt sich nicht mit menschenfeindlicher Ideologie, Hass, Hetze und nicht mit antisemitischen Parolen streiten. Wer sich bereitwillig mit deren Propagandisten_innen, Rechtsextremen und neonazistischen Gruppen zu Kundgebungen versammelt, schließt sich aus einem demokratischen Diskurs aus, der auf der Würde und Gleichheit aller Menschen fußt.

Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage ruft erneut alle demokratischen Kräfte auf, sich am 9. November 2015 ab 17 Uhr in Halle auf dem Marktplatz zu erinnern und friedlich und entschlossen Antisemitismus, Rassismus und rechter Propaganda entgegenzustellen!

Ablauf:
17.00 Uhr - Erinnern: Redebeiträge
17.30 Uhr - Protest

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