Ein Blick nach Israel – zwischen Dauerkrieg, Erschöpfung, Protest und Friedensperspektiven

Der Alltag der Menschen in Israel ist geprägt von Raketenalarm, die Gesellschaft ist erschöpft vom Dauerkrieg und politisch immer mehr gespalten. Aber auch der Widerstand gegen den Krieg und seine Protestbewegung wächst.

In der neuen Folge Tracks East (arte) geht Ha‘aretz Journalist David Issacharoff der Frage nach, was der Dauerkrieg mit einer Gesellschaft macht.
Der Streetfotograf Shahar Dekel, dessen Kibbuz Nahal Oz am 07. Oktober 2023 von der Hamas überfallen wurde, erzählt von Verlust, über seine Zeit im Krieg, die er auch mit der Kamera dokumentiert hat und blickt auf die israelische Gesellschaft, die er so gespalten wie nie zuvor wahrnimmt. Der Cafebesitzer Nitzan Yulzari spricht über seinen Alltag im Kibbuz nahe der libanesischen Grenze, wo immer wieder die Erde bebt und den Wunsch mit seiner Familie nach Portugal auszuwandern. Eine weitere Perspektive begleitet die palästinensisch-israelische Journalistin Amal Ghawi bei ihrer Arbeit, über Vertreibung, Siedlergewalt und Diskriminierung von Palästinenser*innen zu berichten.

Tracks East: Israel – Auf ewig im Krieg? (31 min.):
https://www.arte.tv/de/videos/129417-016-A/tracks-east/

Pro Peace hat mit dem Aktivisten und Mitbegründer der Friedensorganisation Standing Together Nadav Shofet darüber gesprochen, wie sich die Stimmung in der Gesellschaft verändert, warum der Widerstand gegen den „Dauerkrieg“ wächst und ob daraus neuer politischer Spielraum entstehen könnte:
https://www.propeace.de/de/israel-anti-kriegs-proteste?tw_cid=69ea2cca47854&mtm_kwd=interview-standing-together

Am 30. April hat außerdem der Peoples Peace Summit stattgefunden, bei dem sich über fünftausend Menschen in Tel Aviv versammelt haben, um gemeinsam für Frieden in Nahost einzustehen. Ein breites Programm über Kunstinstallationen, Performances und Reden wurde vom Netzwerk „Its Time“, einem Bündnis aus über 80 Friedensorganisationen in der Region, zusammengestellt:
https://www.timeisnow.co.il/english

https://nif.org/stories/human-rights-democracy/peoples-peace-summit-2026/

Mit scharfer Ironie konfrontiert die Comedian Noam Shuster-Eliassi ihr Publikum mit der harten Realität des Nahostkonflikts. Aufgewachsen in Neve-Shalom/Wahat al-Salam, einem arabisch-israelischen Friedensdorf, steht sie privat und auf der Bühne für Frieden in Nahost ein. Die Dokumentation zeigt ihren persönlichen und politischen Werdegang – parallel zum Eskalieren des Konflikts am 07. Oktober 2023 und dem folgenden Krieg in Gaza.

Coexistence my Ass (89min.): https://www.arte.tv/de/videos/119417-000-A/coexistence-my-ass/

In seinem kürzlich erschienen Buch erzählt der Friedensaktivist Hamza Abu Howidy vom Aufwachsen in Gaza der 2000er Jahre, von seiner Familie, insbesondere seinem Vater und wie sehr sein Leben von Terror geprägt war. Hamza Howidy war in Gaza Teil der Protestbewegung „Wir wollen Leben“, wird daraufhin festgenommen, gefoltert und flieht über die Türkei und Griechenland nach Deutschland. Er zählt zu den wichtigsten politischen Stimmen der palästinensischen Diaspora, setzt sich für gewaltfreie Ansätze im Nahostkonflikt ein und lässt sich von keiner Seite vereinnahmen. Sein sehr persönliches Buch gibt Hoffnung und ist ein Plädoyer für eine demokratische und friedliche Lösung des Konflikts.

Muscheln am Strand von Gaza – Erinnerungen an ein zerstörtes Land (S. Fischer, 2026)

https://www.fischerverlage.de/buch/hamza-abu-howidy-muscheln-am-strand-von-gaza-9783103977684

Leseprobe: https://www.book2look.com/book/9783103977684

Haze‘evot (hebräisch für Wölfin) ist eine israelische DIY Indie-Rock Band, die aktuell durch Deutschland tourt und kreative Workshops zu Konfliktbewältigung anbieten. Frieden braucht Dialog, auch deshalb lassen sie sich nicht davon abschrecken, wenn ihnen Konzerte aufgrund ihrer Herkunft abgesagt werden. Ihre Erfahrungen mit Krieg und Terror verarbeiten sie in ihren Songs und auf der Bühne, was oft auch ganz schön laut und punkig wird. Haze’evot wollen sich nicht auf eine Seite stellen, denn dies würde der Komplexität des Konflikts und ihrer Lebensrealitäten nicht gerecht werden. Die fünf Frauen haben keinen Bock auf Schubladen-Denken und dass sie darin einsortiert werden. Schlussendlich geht es ihnen um Frieden: Konflikte bearbeiten, indem man im Dialog miteinander bleibt.

Beitrag beim SWR mit kurzer Doku (6 min.):

https://www.swr.de/kultur/musik/israelische-indierock-band-hazeevot-100.html

„Das Leben besteht nicht nur aus Hashtags“ – die israelische Band Haze‘evot im Interview:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/hazeevot-israeli-punk-band-interview-proteste-100.html

https://www.hazeevot.com/

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