Projekt ‚Weltentausch‘ - Das Lernspiel nimmt Gestalt an…


Nach zwei erfolgreichen Workshopreihen im Sommer 2017 stand die Arbeit im Projekt ‚Weltentausch‘ nicht still. In kleineren Workshops mit den Teilnehmer*innen und im Büro für Sinn und Unsinn der Spieldesigner*innen Lea Sonder und Willy Dumaz wurde in den letzten Monaten fleißig weiter an der Konzeptentwicklung und Rollengestaltung für das Lernspiel gearbeitet.

Entstanden ist ein „Grobkonzept“, das sich sehen lassen kann.





Die zukünftigen Teilnehmer*innen erhalten als erstes ein analoges ‚Smartphone‘. Eine Art Sammelheft, das die Spieler*innen Seite für Seite durch das Spiel begleitet. Darin befindet sich eine fiktive Rollenidentität. Enthalten sind Informationen über Herkunft, Name, Alter und Berufs- und Bildungsweg. Außerdem befindet sich darin eine individuelle Fluchtgeschichte, sowie Bargeld. Weiterhin existiert Platz zum Sammeln von Visitenkarten, Zertifikaten und für die sogenannte Deutschbrille, die einem das Lesen von unverständlichen Dokumenten im Verlauf des Spiels erst ermöglicht.


Als erstes muss jede*r Spieler*in einen Fluchtweg nach Deutschland meistern. Hierzu können Tickets und Kontakte zu Schlepper*innen erworben werden. Angekommen in Deutschland wird von allen die „Erstaufnahmeeinrichtung“ durchlaufen. Dort werden zunächst medizinische Untersuchungen durchgeführt, jede Person erhält ein Zimmer und Alltagsgegenstände und lernt Menschen kennen, die einen durch gute, wie auch schlechte Tipps beeinflussen können. Am Ende der Erstaufnahmeeinrichtung erfolgt die eigentliche Asylantragsstellung und erst nach Gabe der Fingerabdrücke und Erhalt der „Aufenthaltsgestattung“ wird einem die Weiterreise in die „Gemeinschaftsunterkunft“ gestattet.

Dort angekommen finden die Teilnehmer*innen unterschiedliche Aufgaben oder Probleme vor, die gemeistert werden müssen und vermitteln welche Herausforderungen Asylsuchende in Deutschland meistern müssen. Z.B. kann ein Deutschkurs absolviert werden, oder eine Arbeit gesucht werden. Einige Spieler*innen werden auch krank und erleben wie schwierig es ist einen Arzt aufzusuchen, wenn zunächst ein Krankenschein vom Sozialamt beschafft werden muss.

Im Verlauf des Spiels müssen alle Personen zu ihrer persönlichen „Anhörung“ und dort unter Zeitdruck Auskünfte über ihre Fluchtgeschichte geben. Je nach Fluchtgrund und Glaubwürdigkeit wird um weiteren Verlauf des Spiels darüber entschieden, ob eine Person in Deutschland bleiben darf oder abgeschoben wird.

Durch das Annehmen der Rolle einer*s Geflüchteten werden die Teilnehmer*innen über die Lebenssituationen und Geschichten von Asylbewerber*innen in Deutschland informiert, es wird ermöglicht einen Perspektivwechsel vorzunehmen und Empathie gegenüber anderen gefördert.

Informationen über den weiteren Verlauf des Projekts ‚Weltentausch‘ sind zu finden auf der Projektwebsite: https://www.friedenskreis-halle.de/projekt/weltentausch.html

Bei Interesse und Rückfragen steht die Projektleiterin, Julia Wenger, jederzeit zur Verfügung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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