Angebote für Schulklassen zum Themenfeld Globale Gerechtigkeit

 

Ene mene muh und raus bist DU! – Situation von Asylbewerber_innen in Deutschland

Die Reise einer Rose

Projekttage Tropischer Regenwald

Faires Frühstück

Ich und Du und die Eine Welt

Wasser ist Leben - Wasser weltweit

Woezor! Lebensalltag von Kofi, einem Jungen aus Ghana

Workshop Kakao und Fairer Handel

Projekttage Papierdschungel?!

Projekttage Klamottenterror?! Wo kommt eigentlich meine Jeans her?

Projekt Die rote Karte für den Fußball? Weltweite Fußballproduktion

Waffenexporte

 

(Bitte beachten Sie die Hinweise zu Anfragen und Finanzierung.)

 

 

Ene mene muh und raus bist DU!

Workshop zur Information über die Situation von Asylbewerber*innen in Deutschland

 Ziel und Inhalt:

Ein Leben als Asylbewerber*in in Deutschland ...
... bedeutet ein Leben in ständiger Angst und Ungewissheit darüber, ob man eine Aufenthaltsgenehmigung erhält oder in sein Heimatland zurückkehren muss. Das Leben in der Asylbewerberunterkunft ist gekennzeichnet durch Enge, fehlende Privatsphäre, räumliche und soziale Isolation nach außen, mehr oder weniger strenge Kontrollen, fehlende Selbstbestimmung und Entmündigung im Alltag sowie einen Mangel an sinnvollen Beschäftigungsmöglichkeiten. Diese Situation ist unter anderem bedingt durch eine Vielzahl von gesetzlichen und bürokratischen Regelungen.

„Ene mene muh - und raus bist DU!“ ...
... möchte über diese Lebenswirklichkeiten informieren und Einblicke in den Alltag von Asylbewerber*innen geben. Die Teilnehmer*nnen versetzen sich in die Rolle von Geflüchteten und durchlaufen die Stationen „Flucht“, „Grenze“, „Erstaufnahmeeinrichtung“ und „Asylbewerberunterkunft“. Auf den jeweiligen Stationen führen die Teilnehmer_innen verschiedene Aktionen durch und erleben, wie stark das Leben der Asylbewerber*innen von Willkür, Angst und zermürbendem Warten geprägt ist. Die alltäglichen Themen wie Arztbesuch, Bildung, Arbeit und Schule haben einen lokalen Bezug zu Halle und Sachsen-Anhalt und verdeutlichen die Diskrepanz zu eigenen Erfahrungen. Durch den erfahrungsorientierten Ansatz soll die Diskrepanz zwischen der eigenen Lebenswelt und dem Alltag von Menschen, die im Asylsystem leben, nachvollziehbar und erfahrbar gemacht werden.

 Für alle Interessierten ...
...bieten wir das Planspiel „Ene mene muh - und raus bist DU!“ in einem Workshop an, bei dem die Teilnehmer_innen zunächst über das Thema Flucht informiert werden. Während des Durchlaufens des Planspiels erfahren die Teilnehmer*innen mehr über eine mögliche Alltagswelt von Asylsuchenden. Im Anschluss erhalten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit das Erlebte gemeinsam auszuwerten und zu
reflektieren. In einer folgenden Diskussion werden offene Fragen geklärt und der Bezug zur eigenen Lebensrealität hergestellt.


Teamer*innen mit Fluchterfahrung vermitteln während oder am Ende des Workshops eigene Erfahrungen der Flucht, des Alltags in Halle und über den Ablauf ihres Asylverfahrens.


Der Workshop bietet einen umfassenden Einstieg in die Themen Flucht und Asyl. Bei einem längeren Zeitfenster kann der Workshop mit Themen, wie Ehrenamt oder Rassismus verknüpft werden. Gerne vermitteln wir weitere Bildungsangebote.

Format und Dauer: Workshop und Planspiel, 90min oder Projekttag

Zielgruppe: Schüler*innen ab der 9. Klasse

 

 

Die Reise einer Rose


Ziel und Inhalt: Ein Einblick in die weltweite Blumenproduktion, die Arbeits – und Lebensbedingungen der BlumenarbeiterInnen und die Auswirkungen auf die Umwelt.

Format und Dauer: Workshop, 2 Schulstunden

Zielgruppe: SchülerInnen ab 8. Klasse, Erwachsene

 

 

Projekttage Tropischer Regenwald


Ziel und Inhalt: „Wir reisen mit Bico, dem Tukan, in den Amazonasregenwald, wir lernen die Bewohner des Regenwaldes kennen und erfahren etwas über die Gefahren für diesen Lebensraum und die sozialen Auswirkungen der Regenwaldzerstörung und wie der Einzelne etwas zum Schutz beitragen kann“

Format und Dauer: Projekttag, 2-3 Vormittage

Zielgruppe: Sekundarstufe, Grundschule, Kindergarten

 

 

Faires Frühstück

Ziel und Inhalt: Bei einem Fairen Frühstück verkosten wir verschiedene Produkte aus dem Fairen Handel. Anhand der Banane erfahren wir etwas über konventionelle Produktion und den Fairen Handel. Diese Workshopeinheit wird in Kooperation mit dem Eine Welt e.V./Weltladen Halle durchgeführt.

Format und Dauer: Workshop, 2 Schulstunden

Zielgruppe: Grundschule, ab 2. Klasse, Sekundarstufe I

 

 

Ich und Du und die Eine Welt

Ziel und Inhalt: In diesen drei Projekttagen lernen wir uns selbst kennen, finden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Kindern unserer Kindergartengruppe heraus und reisen dann nach Ghana, treffen dort Kofi und erfahren wie er lebt. Am dritten Projekttag reisen wir nach Brasilien und treffen Pepé und lernen sein Leben kennen. Das Projekt soll Vorschulkinder spielerisch in die Thematik einführen und deutlich machen, dass Kinder in aller Welt gerne spielen, Freunde haben...

Format und Dauer: Projekttage, 3 Vormittage (jeweils ca. 1,5 h)

Zielgruppe: Kindergartenkinder, 4-6 Jahre

 

 

Wasser ist Leben - Wasser weltweit

 

Ziel und Inhalt: Zu diesem Thema gestalten wir mit Ihnen Projektwochen und Unterrichtseinheiten. Auf spielerische Weise wird das Thema Wasser weltweit behandelt.


Format und Dauer: Projektwoche (4 Vormittage) oder nach Absprache

Zielgruppe: GrundschülerInnen, Sekundarstufe I

 

 

Woezor! Lebensalltag von Kofi, einem Jungen aus Ghana

 

Ziel und Inhalt: Es soll ein Tag eines gleichaltrigen Kindes in Ghana miterlebt werden. Hierbei sollen die Kinder Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten mit den ghanaischen Kindern entdecken.

Format und Dauer: Projekttag, 3-4 Unterrichtsstunden

Zielgruppe: Grundschule 3.u.4. Klasse, Sekundarstufe I

 

 

Workshop Kakao und Fairer Handel

 

Ziel und Inhalt: Produktion, Verarbeitung, Export von Kakao, Lebensbedingungen der Kakaobauern, Fairer Handel

Format und Dauer: Workshop, 4h

Zielgruppe: ab 9. Klasse

 

 

Projekttage Papierdschungel?!

 

Ziel und Inhalt: Wir lernen Papier mit seinen verschiedenen Eigenschaften kennen, beschäftigen uns mit der Herkunft und Herstellung von Papier, mit verschiedenen Papiersorten und mit Recycling-Papier. Wir untersuchen die Auswirkungen unseres Papierkonsums in anderen Regionen der Erde. Wir schöpfen gemeinsam Papier. Für kleinere Kinder bieten wir ein außerdem ein Puppentheater zum Thema Papier an.


Format und Dauer: Projekttage, 2-3 Vormittage

Zielgruppe: Kindergarten, Grundschule, Sekundarstufe I

 

 

Projekttage Klamottenterror?! Wo kommt eigentlich meine Jeans her?

 

Ziel und Inhalt: Wir setzen uns mit der Herkunft unserer Kleidung, unseren Einkaufsgewohnheiten und dem Thema Markenkleidung auseinander. Anhand von Lernstationen vollziehen wir praktisch einige Schritte der Herstellung von Kleidung nach (Spinnen von Baumwolle, Färben, Nähen…). Wir gehen auf Weltreise und erfahren, wie eine Jeans hergestellt wird. Wir lernen den Alltag einer Näherin in China kennen und vergleichen ihn mit unserem Alltag. Handlungsalternativen werden aufgezeigt.


Format und Dauer: 2 Projekttage

 Zielgruppe: 5.-7. Klasse

 

 

Projekt Die rote Karte für den Fußball? Weltweite Fußballproduktion

 

Ziel und Inhalt: Wir begeben uns auf die Reise nach der Herkunft eines Fußballes, lernen den Lebensalltag einer Ballnäherin und ihrer Familie in Pakistan kennen, probieren selbst das Nähen eines Balles aus und setzen uns mit dem Fairen Handel im Vergleich mit konventionellen Handelsstrukturen auseinander.

 

Format und Dauer: Workshop, 90min

Zielgruppe: 4.-7. Klasse

 

 

Waffenexporte - ein interaktiver Einführungsworkshop

 

Ziel und Inhalt: Deutschland ist eines der Länder, die die meisten Rüstungsgüter in alle Welt exportieren. In der öffentlichen Debatte tauchen Fälle auf wie der Verkauf von Maschinengewehren nach Mexiko oder Panzerexporte nach Saudi-Arabien und Katar. Die Einen sehen die Verkäufe als legitim an - Andere sind angesichts von Menschenrechtsverletzungen empört.
Dieser Workshop ermöglicht mit interaktiver Methodik den Einstieg in die Thematik: Welche Waffen werden wohin exportiert? Wer entscheidet das? Welche Probleme können auftreten - und was kann man dagegen tun?

Format und Dauer: Workshop, 90min

Zielgruppe:  ab 9. Klasse

 

Angebote für Schulklassen zum Themenfeld Gelebte Demokratie

 

Infoworkshop „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Demokratisches Miteinander in Gruppe und Gesellschaft – Ein Betzavta-Seminar

Die Neuen Nazis und ihre Kleider – Informationsworkshop zur Modemarke Thor Steinar

Da geht so einiges! Rechte und Pflichten als Klassensprecher_in und Schüler_innen-Vertretung

Skills und Tools für Veränderung – Methodentraining für Klassensprecher_innen und die Schüler_innen-Vertretung

 

(Bitte beachten Sie die Hinweise zu Anfragen und Finanzierung.)

 

 

Infoworkshop „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

 

Ziel und Inhalt: Im Informationsworkshop lernen die Schüler_innen das Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" kennen. Der Workshop zielt darauf ab, dass die Schüler_innen einen persönlichen Bezug zum Thema herstellen und eine Vorstellung dazu entwickeln, wie das Projekt an ihrer Schule umgesetzt werden könnte. Sie setzen sich mit den Begriffen "Diskriminierung" und "Rassismus" einerseits sowie "Mut", "Respekt" und "Courage" andererseits sowie dem Selbstverständnis von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" auseinander, tauschen sich über selbst erlebte Situationen aus und entwickeln eigene Projektideen für ihre Schule.

 

Zielgruppe: ab Klasse 5; Schulklassen, Schüler-AGs und Schülervertretungen, die eine SoR-SmC-Titelschule besuchen oder deren Schule sich für den Titelerwerb interessiert.

Format und Dauer: Workshop, 90min

 

 

Demokratisches Miteinander in Gruppe und Gesellschaft – Ein Betzavta-Seminar

 

Ziel und Inhalt: In dem Seminar geht um das Erlernen und Begreifen eines demokratischen Miteinanders in Gruppen und in der Gesellschaft. Chancen und Schwierigkeiten eines demokratischen Miteinanders werden erlebbar. Durch ergebnisoffene Übungen werden in sehr eindrucksvoller Weise demokratische Prinzipien für den Alltag erfahrbar gemacht. Dabei müssen sich die Teilnehmenden mit widersprechenden Positionen, Einstellungen und Bedürfnissen auseinandersetzen, Entscheidungen treffen und adäquat handeln. Der Prüfung der Bedürfnisse aller Beteiligten wird dabei vor der Entwicklung von lösungsorientierten Konzepten ein besonderer Stellenwert beigemessen.

Die Besonderheit des Ansatzes besteht in der Grundannahme, dass (Gruppen-/Gesellschafts-) Konflikte besonders kreativ bearbeitet werden können, wenn die beteiligten Personen anerkennen, dass das Recht auf freie Entfaltung für alle Menschen gleichermaßen gilt.
Um dies zu erreichen, werden Themen wie demokratische Prinzipien, Gleichberechtigung, Mehrheit und Minderheit, Menschen-/Grundrechte, demokratische Entscheidungsfindung erfahrbar und übertragbar auf das eigene Leben gemacht. Die Methoden von Betzavta beziehen die Lebenswelt und Individualität der Teilnehmenden mit ein.

 

Zielgruppe: Schüler_innen ab 7. Klasse

Format und Dauer: Training, 2-5 Schultage

 

 

Die Neuen Nazis und ihre Kleider - Informationsworkshop zur Modemarke Thor Steinar

 

Ziel und Inhalt: Wer mit der Mode geht hat viel zu tun - was heute trendy ist kann morgen schon out sein. Doch aufgepasst: Klamotten können politische Botschaften tragen und nicht immer sind diese auf den ersten Blick zu erkennen. Eine dieser Marken ist Thor-Steinar. Sie wird gern von Rechten und jungen Neo-nazis getragen, denn viele Motive der Kollektion lassen eine positive Bezugnahme zu rechter und menschenverachtender Ideologie zu. Da die Kleidung sehr modisch ist und nicht jedem/r diese Bezüge sofort klar sind, kann die Marke auch Zugang zu bisher unpolitischen Käuferschichten eröffnen. Läden, die Thor-Steinar-Produkte verkaufen, sind zudem oft lokaler Treffpunkt der rechten Szene.
Ziel des Workshops ist es, Jugendliche über die Marke Thor-Steinar und die dahinter stehenden Botschaften sowie andere Marken der Rechten aufzuklären. Der Workshop soll junge Menschen auf die Gefahr solcher Läden aufmerksam machen und sie befähigen, gegen solche Marken zu argumentieren. Darüber hinaus möchten wir junge Menschen mit dem Workshop anregen, gegen Rassismus, für ein tolerantes und menschliches Miteinander aktiv zu werden und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

 

Zielgruppe: Schüler_innen ab 8. Klasse

Format und Dauer: Workshop, 90min

 

 

Da geht so einiges! Rechte und Pflichten als Klassensprecher_in und Schüler_innen-Vertretung

 

Ziel und Inhalt: Im Amt als Schüler_innen-Vertretung kann man einiges in der Schule bewegen – wenn man seine Rechte kennt und gut vorbereitet ist. In diesem Workshop geht es um die Grundlagen:

  • Was bedeutet die Rolle als Schüler_innen-Vertretung?

  • Welche Erwartungen habe ich, welche Erwartungen haben andere an mich?

  • Welche Möglichkeiten, Rechte und Pflichten sind damit verbunden?

  • Wo liegen die Handlungsspielräume von Schüler_innen in der Schulstruktur? In welche Entscheidungsprozesse kann ich eingebunden sein?

  • Welche Themen sind in unserer Schule für den Schüler_innenrat wichtig, womit wollen wir uns beschäftigen?

  • Was sind meine nächsten Schritte, um die Interessen der Schüler_innen voran zu bringen?

Format und Dauer: min. 3 Schulstunden

Zielgruppe: Schüler_innen ab 5. Klasse

 

 

Skills und Tools für Veränderung – Methodentraining für Klassensprecher_innen und die Schüler_innen-Vertretung

 

Ziel und Inhalt: Im Amt, und was nun? In diesem Training geht es um Fertigkeiten und Werkzeuge, um die Interessen der Schüler_innen erfolgreich voran zu bringen:

  • Wie kann ich die Interessen und Wünsche der Schüler_innen sammeln?

  • Wie fälle ich mit einer Gruppe demokratische Entscheidungen, die von möglichst vielen getragen werden?

  • Was hilft mir bei der Planung eines Projektes?

  • Wie moderiere ich ein Treffen?

  • Wie kann ich in Konflikten (z.B. mit Lehrkräften) konstruktiv handeln?

  • Wie motiviere ich andere und was kann ich bei Rückschlägen tun?

Format und Dauer: min. 1 Tag

Zielgruppe: Schüler_innen ab 5. Klasse

 

Angebote für Schulklassen zum Themenfeld konstruktive Konfliktbearbeitung

 

Konflikte und Märchen

Kompetent im Konflikt – Basistraining

Kompetent im Konflikt – Vertiefung Gewalt & Zivilcourage

Konfliktintervention – Bearbeitung von akuten Konflikten im System Schule

Abenteuer Team – Ein erlebnispädagogischer Wandertag

Civil Powker – Das Planspiel zu internationalen Konflikten

Kriegsursachen erkennen – Friedenswege finden

Ausstellungsführungen – Engagiert für Frieden und Entwicklung

 

(Bitte beachten Sie die Hinweise zu Anfragen und Finanzierung.)

 

 

Konflikte und Märchen

 

Ziel und Inhalt: Märchen und andere Geschichten bieten nicht nur spannende Geschichten, sondern auch vielfältige Anknüpfungspunkte für den Umgang miteinander. Im Training werden Grundschüler_innen mit Hilfe von Erzählungen und anderen spielerischen Methoden an konstruktives Handeln in Streitsituationen herangeführt.
Die Schüler_innen vertiefen dabei grundlegende Sozialkompetenzen, in dem sie

  • üben, Gefühle und Bedürfnisse in Streitsituationen zu erkennen,

  • den nicht-schädlichen Umgang mit Wut und Aggression verstärken,

  • üben, ihre Anliegen gewaltfrei mitzuteilen, und sich mit alltäglichen Streitsituationen in Rollenspielen auseinander setzen.

Zielgruppe: 2.-4. Klasse

Format und Dauer: Training, min. 2 Schultage

 

 

Kompetent im Konflikt – Basistraining

 

Ziel und Inhalt: Im Basistraining werden Schüler_innen ab Klasse 6 an die Grundlagen konstruktiver Konfliktbearbeitung herangeführt. Ziel ist es den Jugendlichen einen positiven Zugang zum Thema Konflikt zu ermöglichen und ihre Kommunikations- und Lösungskompetenzen auszubauen. An einem eigenen, persönlichen Beispiel setzen sich die Schüler_innen schrittweise mit ihrem individuellen Konfliktverhalten auseinander. Mittels theaterpädagogischer Methoden wird konstruktives Konflikthandeln gestärkt und eingeübt.
Folgende Schwerpunkte bilden dabei den roten Faden:

  • Bedeutung von Konflikten im Alltag der Jugendlichen

  • die Rolle von (negativen) Gefühle im Konflikt und der Umgang mit ihnen

  • Bedürfnisse im Konflikt erkennen

  • Verhaltensmuster in Konfliktsituationen erkennen

  • Konfliktmuster durchbrechen und Bedürfnisse verhandeln

  • eine einfache Strategie zur Lösung von Konflikten erarbeiten und ausprobieren

Zielgruppe: Schüler_innen ab 6. Klasse

Format und Dauer: Training, min. 2 Schultage

 

 

Kompetent im Konflikt – Vertiefung Gewalt & Zivilcourage

 

Ziel und Inhalt: Aufbauend auf das Basistraining „Kompetent im Konflikt“ werden Schüler_innen für verschiedene Formen alltäglicher Gewalt sensibilisiert. Gewaltfreie Handlungsoptionen und Interventionen werden erprobt. Ziel ist es den Jugendlichen einen kritischen Zugang zum eigenen Gewaltpotential zu ermöglichen und einen konstruktiven Umgang mit eigener Wut zu finden. Insbesondere an selbst eingebrachten Beispielen setzen sich die Schüler_innen schrittweise mit Gewalthandeln auseinander und lernen, in brenzligen Situationen couragiert zu intervenieren.
Folgende Schwerpunkte bilden dabei den roten Faden:

  • eigenes Gewalterleben bewusst machen und das der Anderen kennenlernen,

  • individuelle und kollektive Angsträume herausarbeiten, insbesondere in und um die eigene Schule,

  • Auseinandersetzung mit Gewaltformen und der Eskalations-Dynamik von Gewaltsituationen,

  • Umgang mit Wut und Aggression,

  • Körpersprache in Gewaltsituationen (Opfersignale, Bedrohung, Stopp-Signale setzen),

  • Deeskalatives Verhalten,

  • Eingreifen in akuten Gewaltsituationen

Zielgruppe: Schüler_innen ab 6. Klasse

Format und Dauer: Training, min. 2 Schultage

 

 

Konfliktintervention – Bearbeitung von akuten Konflikten im System Schule

 

Ziel und Inhalt: Bei allen Trainings zu konstruktiver Konfliktbearbeitung gehen wir prozessorientiert auf die konkreten Fälle der Schüler_innen ein. Doch bei dieser Intervention geht es speziell um die Bearbeitung akuter oder festgefahrener Konflikte – v.a. innerhalb einer Klasse oder zwischen Klasse und Pädagog_in. Eine wirksame Veränderung kann dabei nicht durch eine Einzelmaßnahme erreicht werden. Darum sind je nach Fall verschiedene Schritte auf mehreren Ebenen notwendig:

  • Vorgespräche mit Lehrkräften, ggf. auch mit Eltern und der Schulleitung

  • Konfliktmoderationen oder Mediation, bei denen die Hintergründe der Auseinandersetzung herausgearbeitet werden und nach Schritten zu ihrer Entschärfung und Überwindung gesucht wird

  • Zwischengespräche und Begleitung der Lehrkräfte

  • Anschlussmaßnahmen, bspw. Training in konstruktiver Konfliktbearbeitung oder Teamtraining

Zielgruppe: vom Konfliktfall Betroffene

Format und Dauer: Intervention

 

 

Abenteuer Team - Ein erlebnispädagogischer Wandertag

 

Ziel und Inhalt: Die Schüler_innen werden während eines gestalteten Wandertages vor Gruppen- und Individualherausforderungen gestellt. Diese gilt es gemeinsam und interaktiv zu lösen. Die erlebnisorientierten Übungen wechseln sich mit kurzen Reflexionssequenzen ab.

Die Besonderheit des Angebots Abenteuer Team ist das gemeinsame Erleben und Bewältigen von Herausforderungen in der Natur. Ziele sind:

  • Natur erfahren,
  • neue (Spiel-)räume entdecken,
  • Selbstwirksamkeitserfahrungen machen,
  • gemeinsame Erlebnisse schaffen.

Zielgruppe: alle Schulklassen

Format und Dauer: Training, 1 Schultag

 

 

Civil Powker - Das Planspiel zu internationalen Konflikten

 

Ziel und Inhalt: Ziel des Planspiels ist es, aufzuzeigen und erfahrbar zu machen, wie Zivilgesellschaft, politische und wirtschaftliche Akteure miteinander in Verbindung stehen und wie sie in internationalen Konflikten reagieren.

Im Fokus stehen dabei die zivilgesellschaftlichen Handlungsoptionen und das Ausprobieren der Möglichkeiten, wie Einfluss auf konkrete Konflikte in der Welt genommen werden kann. Dabei soll sowohl die Auseinandersetzung mit einem konkreten Konflikt stattfinden als auch anhand bestimmter Rollen Handlungsspielräume erprobt werden. Das Planspiel spielt sich nicht in einem fernen Konfliktgebiet, sondern hier in unserer Lebenswelt ab.

 

Zielgruppe: Schüler_innen ab 8. Klasse

Format und Dauer: Planspiel, 1 Schultag

 

 

Kriegsursachen erkennen – Friedenswege finden

 

Ziel und Inhalt: Am Beispiel von Mazedonien werden Einblicke in Hintergründe und Zusammenhänge von vermeintlich ethnischen und religiösen Konflikten gegeben und die Vielseitigkeit der Wurzeln für Konflikte erarbeitet. An diesem Länderbeispiel aus der Balkanregion lernen Schüler_innen Konfliktursachen sowie Handlungsmöglichkeiten im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung kennen. Mittels vielfältiger Methoden werden die Schüler_innen für eine kritische und differenzierte Sichtweise auf globale Herausforderungen sensibilisiert.

 

 

Zielgruppe: Schüler_innen ab 8. Klasse

Format und Dauer: Workshop, 6 Schulstunden

 

 

Ausstellungsführungen – Engagiert für Frieden und Entwicklung

 

Aktion am Weltfriedenstag 2012

  • Origami-Kraniche werben für Frieden; in hallespektrum.de (03.09.2012);
  • Weltfriedenstag/Antikriegstag in Halle - Ein Fest für den Frieden; in HalleForum.de (31.08.12; Artikel nicht mehr online verfügbar)
  • Antikriegstag in Halle; in mz-web.de (01.09.2012; Artikel nicht mehr online verfügbar)

Trainer_innenpool

Trainerinnen und Trainer

 

Katja Adamy

BA Kultur- und Medienpädagogik (FH)

NDC-Teamerin

  Demokratiepädagogik, Anti-Rassismus-Arbeit, Moderation
 

Carlos Eduardo da Silva Almeida

Tourismusmanager

Eine Welt der Vielfalt, Betzavta

  inter-/transkulturelles Lernen, Demokratieförderung, Fortbildung von Multiplikator_innen
 

Miriam Nadimi Amin

M.A. Erwachsenenpädagogik/ Konfliktmanagement


Diversity Trainerin, Mediatorin, Konfliktcoach

  Antidiskriminierungspädagogik, Mobbing in der Schule, Konfliktbearbeitung
 

Isabella Bauer

Diplom Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin; Peace and
Security Studies (M.A.)

Trainerin in der Jugend- und Erwachsenebildung

  zivile Konfliktbearbeitung, Mediation, systemische
Beratung, Musiktherapie
 

Franziska Blath

MA Erziehungswissenschaften

Anti Bias-Trainerin

  Anti-Diskriminierung, Streitschlichtung, Mobbing-Prävention
 

Daniel Brandhoff

M.A. Deutsche Sprache und Literatur, Europ. Ethnologie, Soziologie

Abenteuer- und Erlebnispädagoge, Temporärer Niedrigseilgarten Konstrukteur (ERCA)

  Kultur, Demokratie, Miteinander
 

Marcel Bretschneider

Dipl.-Soziologe

ATCC-Trainer für zivile Konfliktbearbeitung und transkulturelle Kompetenz

  globale Bildung, internationale Freiwilligendienste
 

Csaba Döme

Dipl. Theologe und M.A. internationale Sozialwissenschaften

Konstruktive Konfliktbearbeitung und transkulturelles Lernen nach A.T.C.C. Ansatz
Eine Welt der Vielfalt
Starke Eltern – Starke Kinder
Interkulturelle Bildung und Öffnung in der Verwaltung
Demokratieberater

  Konstruktive Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention
Gewaltfreie Erziehung
Interkulturelle Bildung und Öffnung
Vielfalt und Toleranz
Schulentwicklung
Mobbing
Partizipation und Demokratie
Globales Lernen
Freiwilligenmanagement


 

Sandra Dietzel

Trainerin für Demokratie- und Vielfaltspädagogik
"Eine Welt der Vielfalt"
Betzavta
Prozess- und Organisationsberaterin
 
Demokratie und Partizipation
Transkulturelle Bildung
Konfliktbearbeitung
Moderation und Prozessbegleitung
diversitätsorientierte Organisationsentwicklung
 

Juliane Eisentraut

Dipl. Pädagogin

Trainerin für Konfliktbearbeitung (QVB AGDF)

  Konfliktbearbeitung, Kommunikation, Demokratie und Beteiligung
 

Bettina Engelbrecht

Dipl. Sprechwissenschaftlerin

Ausgebildete Trainerin für Konfliktbearbeitung (QVB, AGDF)

  Rhetorik, Kommunikation und Konfliktbearbeitung
 

Wibke Foß

Kultur- und Medienpädagogin B.A.
Medien- und Kulturwissenschaftlerin M.A.
 
Trainerin in der Jugend- und Erwachsenenbildung
Erlebnispädagogin
 

Cornelia Franke

Soziologin

Erwachsenenbildnerin, Prozess- und Organisationsberaterin (systemisch)Trainer_in für transkulturelles Lernen und Biografiearbeit im lokalen und internationalen Kontext

  Prozessbegleitung, transkulturelles Lernen, Moderation
 

Katharina Hemming

M.A. Ethnologie, Politik

ATCC-Trainerin für zivile Konfliktbearbeitung und transkulturelles Lernen

 

Konfliktberatung, Kommunikation, transkulturelles Lernen

 

Paula Herzog

B.A. Pädagogik

  Natur- und Erlebnispädagogik
 

Julia Kießig

M.A. Theater- u. Erziehungswissenschaft

Kommunikationstrainerin, Theaterpädagogin

  Kommunikation & Körpersprache, Konfliktbearbeitung, Streßbewältigung & Achtsamkeit, Partizipation, BNE, Moderation
 

Elisabeth Kupzok

Holzbildhauerin, Dipl. Kunst-Pädagogin

Trainerin für gewaltfreie Aktionen/ZU

 

Erlebnispädagogik

Tiefenökologie/Naturpädagogik

 

Elli Mack

M.A. Interkulturelle Wissenskommunikation, Soziologie, Erziehungswissenschaften, DaF

Trainerin für Transkulturelles Lernen (ATCC)

 

Sprache und Integration, Demokratiebildung, Transkultur

 

Kristin Mascheck

MA Kommunikations- und Medienwissenschaften, Amerikanistik, Soziologie

Mediatorin
 

Mediation, Moderation, Supervision, Teamcoaching, globales Lernen in Verbindung mit medienpädagogischer Arbeit

   

Gerolf Mosemann

B.A. Interkulturelle Europa- und Amerikastudien

Facilitator / Trainer der non-formalen Bildung
 

Leitung v. Workshops, Trainingskurse, internat. Jugendbegegnungen

 

Meike Specken

Biogärtnerin, Dipl.-Ing. Gartenbau
Naturpädagogin
 

Natur- und Erlebnispädagogik, Umweltpädagogik, globales Lernen

 

Victoria Mine Röber

Ergotherapeutin, B.A. Soziale Arbeit

NDC-Trainerin / zivile, gewaltfreie Konfliktbearbeitung

 

konstruktive Konfliktaustragung, Gewalt, Kommunikation, Zivilcourage

   

Noreen Tausendfreund

Internationale Diplom-Verwaltungsmanagerin, 
Mediatorin (univ.), Mediatorin BM®, 
Systemischer Coach & Dozentin

   
 

Ulrike Trebesius-Bensch

Dipl. Sprechwissenschaftlerin


Trainerin für Rhetorik und Kommunikation und gewaltfreie Konfliktlösung

   
 

Lea Ulrich

Dipl. Sprechwissenschaftlerin

Yogalehrerin

 

  Trainerin für Rhetorik und Kommunikation
 

Anne Wiebelitz

M.A. Politikwissenschaft, Interkulturelle Wirtschaftskommunikation, Südosteuropastudien

Internationale Seminarleiterin Weiterbildung Wildnispädagogik

 

interkulturelles Lernen und Kommunikation, Teamkonflikte, Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen

 

Markus Wutzler

Dipl.-Psych.

 

Gewaltprävention, Konfliktbearbeitung, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Gewaltfreie Aktion

 

Trainer_innen und Referent_innen

Der Friedenskreis Halle e.V. ist seit mehr als 15 Jahren in der Bildungsarbeit aktiv. Unsere Hauptthemen sind:

  • konstruktive Konfliktbearbeitung,
  • Demokratieförderung,
  • soziale Kompetenzen,
  • interkulturelles/ transkulturelles Lernen
  • sowie gewaltfreies Handeln.

Wir bieten dazu Seminare, Trainings und Workshops an und verfügen über einen Pool von qualifizierten und erfahrenen Trainer_innen.

Neben von uns selbst veranstalteten Seminaren und Weiterbildungen führen unsere Trainer_innen auf Anfrage für Sie gerne Workshops und Seminare aus unserem Angebotskatalog durch. Wir arbeiten dabei mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie mit Multiplikator_innen. Auf Vermittlungsanfrage stellen wir gern auch den Kontakt zu unseren Trainer_innen her und erarbeiten ein auf Ihre inhaltlichen Wünsche und Zielgruppe zugeschnittenes Angebot. Wir arbeiten nach den festgeschriebenen Qualitätsstandards des Qualifizierungsverbundes der AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden), die wir gemeinsam mit anderen Bildungsinstitutionen laufend überprüfen und weiterentwickeln. Zu den wichtigsten Standards für uns gehören:

  • Anwendung partizipativer und teilnehmer_innenorientierter Seminarmethoden
  • handlungs- und prozessorientierte Arbeitsweise
  • Arbeit im Trainer_innenteam.

 Bei Vermittlungsanfragen kontaktieren Sie uns bitte über unser Kontaktformular

 

Vermittlungsstelle
für Workshops, Seminare und Trainings von Referent_innen und Trainer_innen

 

Neben den von uns selbst veranstalteten Seminaren und Weiterbildungen unseres Bildungsprogramms, führen wir auf Anfrage von Ihnen gern Workshops, Seminaren und Trainings aus unserem Repertoire durch. Wir arbeiten dabei mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie mit Multiplikator_innen. Auf Ihre Anfrage hin erstellen wir auch gern ein auf Ihre inhaltlichen Wünsche und Bedürfnisse zugeschnittenes individuelles Bildungsangebot. Für die Umsetzung verfügen wir über einen Pool von qualifizierten und erfahrenen Trainer_innen sowie Referent_innen.

Für schulbezogene Veranstaltungen beachten Sie bitte die Hinweise zu Anfragen und Finanzierung.

Wir arbeiten nach den festgeschriebenen Qualitätsstandards des Qualifizierungsverbundes der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), die wir gemeinsam mit anderen Bildungsinstitutionen laufend überprüfen und weiterentwickeln. Zu den wichtigsten Standards für uns gehören:

 

  • Anwendung partizipativer und teilnehmer_innenorientierter Seminarmethoden
  • handlungs- und prozessorientierte Arbeitsweise
  • Arbeit im Trainer_innenteam

Bildungsangebote

Unsere Gesellschaft ist gekennzeichnet von vielen Alltagskulturen, Lebensverhältnissen und Wertvorstellungen. Die Notwendigkeit, den Umgang mit kultureller Identität und Differenz pädagogisch zu reflektieren und zu gestalten, stellt sich daher dringlicher denn je. Dabei geht es nicht mehr nur um die Begegnung und das Zusammenleben unterschiedlicher, in sich abgeschlossener Kulturen, sondern immer mehr auch um Mischformen und Verschmelzungen, die neue pädagogische Fragestellungen aufwerfen und Potentiale bergen.

Transkulturelle Bildung vermittelt die hierzu benötigten Kompetenzen, mit denen Lernende durch Selbstreflexion und konstruktive Interaktion einen selbst bestimmten Lebensentwurf entwickeln. Um sich in einer ständig verändernden Lebensumwelt zu orientieren, benötigen die Lernenden Zugänge zu den vielfältigen Kulturen, denen sie im Alltag begegnen, sowie zu den Vorstellungen, die sich aus unterschiedlichen Lebenserfahrungen entwickeln. Die Formbarkeit der eigenen Identität wird bewusst gemacht, soziale und kulturelle Zugehörigkeiten werden reflektiert. Aufgabe ist es dabei, die Konzentration auf die Polarität von Eigenem und Fremdem abzubauen und die Aufmerksamkeit auf verbindende Elemente zu lenken, um kulturelle Mischung zwischen Individuen und im eigenen Selbst als Bereicherung zu erkennen und wertzuschätzen. Bildungsprozess werden initiiert, die ausgerichtet sind auf eine reflektierte Überwindung von sozialen und kulturellen Grenzen zwischen Individuen und auf eine aktive Auseinandersetzung mit sich selbst in der sozial und kulturell vielfältigen Welt.

Die Angebote werden von den Trainer_innen der bundesweiten Expert_innengruppe Transkulturalität umgesetzt.

 

Modellprojekt "Transkulturelle Kompetenz - eine aktuelle Schlüsselqualifikation

Expert_innen

Seit 2006 arbeiten erfahrene Trainer_innen der transkulturellen Bildungsarbeit konstant und aktiv in der Konzeption und Umsetzung transkultureller Bildungsarbeit. Arbeitsschwerpunkte sind:

  • die Entwicklung und Erprobung von Übungen und Methoden zum transkulturellen Lernen

  • die Konzeption, Durchführung, Reflexion und Evaluation von Trainings, Seminaren,-, Aus- und Fortbildungen in der (internationalen) Jugend- und Erwachsenenbildung

  • die kritische, interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Konzept der Transkulturalität und dessen Relevanz für die Pädagogik

  • die Zusammenfassung der theoretischen und praktischen Erkenntnisse in Konzepte und Ansätze sowie die Verortung der Erkenntnisse und Potentiale in der pädagogischen Bildungslandschaft

Die Expert_innengruppe ist bundesweit aktiv. Sie ist aktiv miteinander vernetzt, trifft sich regelmäßig in der Gesamtkonstellation sowie in regionalen Treffen.


Brigida Balkis Ferber
Diplom-Pädagogin und Afrikanologin; langjährige Erfahrung im interkulturellen und -religiösem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und Konfliktbearbeitung; Seit 1990 Mitarbeiterin bei EIRENE - internationaler christlicher Freiwilligendienst; 15 Jahre als Afrikareferentin; jetzt zuständig für das Freiwilligenprogramm in Marokko und die Interessent/innenberatung.

ferber [at] eirene [punkt] org



Christof Starke
Diplom Pädagoge/Erziehungswissenschaftler; Geschäftsführer und Projektkoordinator beim Friedenskreis Halle e.V. Projektleitung der „Praxiswerkstatt Transkultur“ im Jahr 2006.

starke [at] friedenskreis-halle [punkt] de



Dorothee Storcks
Studentin im Fachbereich Sozialarbeit/-pädagogik (FH, ASFH Berlin); Studienschwerpunkte: konstruktivistische Theorie, Systemik, transnationale Sozialarbeit, Soziale Entwicklung und Transkulturalität; Praxisschwerpunkte: psychosoziale Beratung, pädagogische und organisatorische Begleitung von Teilnehmenden an internationalen Freiwilligendiensten und Studienprojekten.

 
doro.storcks [at] web [punkt] de


Elisabeth Hoffmann
Erziehungswissenschaftlerin, Trainerin für zivile gewaltfreie Konfliktbearbeitung und interkulturelles Lernen, ehemalige Mitarbeiterin im Friedenskreis Halle im Bereich internationale Bildung und Begegnung.

 
hoffmann.elisabeth [at] web [punkt] de


Gabriele Buschmann
Soziologin und Erziehungswissenschaftlerin M.A.; Zusatzausbildungen für Interkulturelles Lernen, Trainerin für konstruktive Konfliktbearbeitung Theaterpädagogik, Kreatives Schreiben, Systemische Beratung, „Dramaturgie linguistique“, Superlearning; Dozentin für Deutsch als Fremdsprache und Fremdsprachendidaktik; Trainerin der außerschulischen (internationalen) Bildungsarbeit; Konzeption und Leitung von Begleitseminaren im Europäischen Freiwilligendienst für die „Kurve Wustrow“, Mitarbeit im TrainerInnenkollektiv des Friedenskreis Halle e.V.

gabrielebuschmann [at] lern-schritte [punkt] de


Hana Hlásková
Sprach- und Europawissenschaftlerin, Seminarleiterin und Trainerin in der politischen und inter-/transkulturellen Jugend- und Erwachsenenbildung, Mitglied der Projektgruppe "KIK / Kultur – Identität – Kommunikation“,

hana.hlaskova [at] centrum [punkt] cz


Ken Kupzok
Diplom Sozialarbeiter/-pädagoge (FH); Trainer für zivile gewaltfreie Konfliktbearbeitung, inter/transkulturelles Lernen; Theaterpädagoge; Betzavta Trainer
Projektkoordination des Bundesmodellprojekts "Transkulturelle Kompetenz - eine aktuelle Schlüsselqualifikation" (08/2007 bis 09/2010)

kupzok [at] friedenskreis-halle [punkt] de




Nasr El-Mokdad
Mitarbeiter beim Das Arabische Haus/ El-Bait El-Arabi e.V.; Schwerpunktthemen: Libanon, Interreligiöser Dialog, Nahost - Geschichte und Gegenwart, Islam - eine der Weltreligionen, Interkulturelle Kompetenz

elbait-elarabi-halle [at] gmx [punkt] de


Sabine Klemm
Diplompädagogin, freiberufliche Trainerin für Bildung und demokratische Kultur, Seminare + Workshops (Rechtsextremismus, interkulturelles Lernen, gewaltlose Konfliktlösung/ Umgang mit Gewalt), Geschichtsprojekte, Empowerment von Mädchen und Frauen, Betzavta Trainerin

biku07 [at] freene [punkt] de



Silke Tollmien
Studium der Ethnologie, Interkulturellen Didaktik und Politikwissenschaften in Göttingen und Brighton, UK; Interkulturelle Trainerin, Dozentin für Indonesisch, Mitglied des Vorstands des Göttinger Instituts für Interkulturelle Didaktik e.V.. Erfahrungen in der Entwicklungs-zusammenarbeit und qualitativer und quantitativer Forschung, Interessenschwerpunkte: interkulturelle Kompetenz, Migration, Gender, Integration, Entwicklungsethnologie und Ethnologie der Globalisierung.

silke_tollmien [at] hotmail [punkt] com




Tobias Kley
Erziehungswissenschaftler; freiberuflicher Trainer und Moderator; Arbeitsschwerpunkte: Interkulturelle Kommunikation, Evaluation im Bildungswesen, Erinnerung und Identität im Kontext zeitgeschichtlicher Ereignisse

tobias-kley [at] gmx [punkt] de

Rui Montez

Rui Montez
Studium der Europäische Studien und Kommunikationswissenschaft in Lissabon, Portugal; freiberuflicher Trainer, Moderator und Projektleiter; Interessenschwerpunkte: Non Formal Learning Methoden, Freiwilliges und bürgerschaftliche Engagement, Jugendpolitik, Europäische Union, Menschenrechte, Demokratie und Interkulturelle Kommunikation.

 
ruimontez [at] gmail [punkt] com

Johannes Hatnik

Johannes Hatnik
Student der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik an der Hochschule Merseburg. Schwerpunkte im Studium sind Jugendamt und Arbeit mit Gruppen / straffälligen Jugendlichen. Ehemals Praktikant im Projekt "Transkulturelle Kompetenz - eine aktuelle Schlüsselqualifikation".

 
johatnik [at] gmx [punkt] net
Michael Strowik

Michael Strowik
Erziehungswissenschaftler und Kunstpädagoge, Diplom; Trainer in der internationalen Jugendbildungsarbeit, konstruktive Konfliktbearbeitung, politische Bildung, antisexistische Jungenarbeit, interkulturelles Lernen, Begleitung transkultureller Prozesse, Lerncoaching, Theaterpädagogik, Kreativitätstrainings, Moderation.
Konzeption und Leitung von Begleitseminaren im Europäischen Freiwilligendienst in Kooperation mit Kurve Wustrow - Bildungs und Begegnungsstätte für Gewaltfreie Aktion e.V. seit 1997.

www.strowik.eu
michael [at] strowik [punkt] eu

Ibrahim Özkan

Ibrahim Özkan
Diplom-Psychologe und psychologischer Psychotherapeut in der Institutsambulanz des Asklepios Fachklinikums Göttingen, Leitender Psychologe des Schwerpunktes Kulturen, Migration und psychische Krankheit; Mitarbeiter der Soziologischen Fakultät; Lehrauftrag an der Philosophischen Fakultät (Zentrum für Schlüsselkompetenzen) an der Georg- August- Universität Göttingen. Langjähriger Trainer, Dozent, Supervisor und Berater in verschiedenen Einrichtungen zu seinen Themenschwerpunkten.

www.ibrahim.info
ibrahim [at] ibrahim [punkt] info

Jenny Zimmermann

Jenny Zimmermann
Studentin der Interkulturellen Europa- und Amerikastudien; im Schwerpunkt Russlandstudien mit der Kombination Lateinamerikastudien (BA). Erfahrungen in der gewerkschaftlichen Jugendbildungsarbeit. Aktiv in der IG Metall, im „Friedenskreis Halle e.V.“ und beim Verein „Freunde Baschkortostans e.V.“.
Praktikantin 01.04. - 31.06.09

 
 
Tanja Haberland

Tanja Haberland
Studentin der Sozialen Arbeit an der Hochschule Merseburg (FH); Schwerpunkt: Arbeit mit Drogenkonsumenten
Praktikantin 01.04. - 31.08.09

 
 
Johanna Greuter


Johanna Greuter
Studentin der Ethnologie und Politikwissenschaften an der Martin-Luther UniversitätHalle-Wittenberg.
Praktikantin 01.04. - 31.07.10

 
 
Dorota Sedziwy

Dorota Sedziwy
Studentin der Erziehungswissenschaften und Ethnologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Praktikantin 1.03.2010-31.03.2010.

 
 

 

Modellprojekt "Transkulturelle Kompetenz - eine aktuelle Schlüsselqualifikation

Erfahrungen

Im Bereich transkultureller Bildungsarbeit kann der Friedenskreis Halle e.V. auf umfassendes Fachwissen und über Jahre angesammelte Praxiserfahrungen zurückgreifen:

Der Ansatz "Multikollektive Sozialarbeit als Erleben von Pluralität" stand im Zentrum unserer Friedensarbeit im Nachkriegsbosnien. In der vom Krieg zerüttelten Stadt Jaice waren zwischen 1998 und 2001 Friedenfachkräfte mit Einwohner_innen der Stadt aktiv um ein Multiethnisches Jugendzentrum aufzubauen.

Seit 2003 ist der Friedenskreis Halle e.V. einer von mehreren Trägern der Plattform "KIK - Kultur.Identität.Kommunikation". KIK ist aus der Fortbildung "Gruppenprozesse und Leitungskompetenzen bei deutsch-tschechischen Begegnungen" entstanden. Seither bietet die Gruppe aus Absolvent_innen dieser und folgender Fortbildungen Grundlagenseminare für die deutsch-tschechische Arbeit an. Dabei geht es darum - im Unterschied zu nach wie vor den meisten anderen deutsch-tschechischen Seminarangeboten - mit dem transkulturellen Ansatz zu arbeiten, der von nationalen Gegenüberstellungen kulturell bedingter Eigenschaften absieht.

In Kooperation mit dem Fränkischen Bildungswerk für Friedensarbeit e.V. und der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden bietet der Friedenskreis Halle e.V. seit 2002 Grund- und Aufbaukurse in ziviler gewaltfreier Konfliktbearbeitung und inter-/transkultruellem Lernen an.

Erfahrungen mit dem Konzept der Transkulturalität konnten im Rahmen des Projektes „Praxiswerkstatt Transkultur - Potentiale des Transkulturellen Ansatzes für die Theorie und Praxis der Bildungsarbeit“ gesammelt werden. Zielsetzung war die Potentiale des transkulturellen Ansatzes für die Praxis der Bildungs- und Projektarbeit nutzbar zu machen und die Ergebnisse so festzuhalten, dass sie als Grundlage für Methoden- und Projektentwicklung dienen können.

Die internationale Lernpartnerschaft "neglected areas - innovative cultural education in rural and cultural homogeneous areas" (2008-2010) ermöglichte den Einbezug erfolgreicher Strategien und Ansätze aus europäischen Regionen. This learning partnership with it´s participating partner organisations from Spain, Germany and Turkey developed cultural education measures for rural areas to overcome xenophobia, extremism and prejudices along the innovative concepts of „transculturality“, „diversity“ and valuable concepts of intercultural education.

 

Modellprojekt "Hand in Hand.Kita ohne Rassismus"

 

Liebe LeserInnen,
die Modellprojektphase von "Hand in Hand. Kita ohne Rassismus" ist zu Ende.

Auf der Homepage des Friedenskreis Halle e.V. finden Sie aktuelle Informationen zu unseren Kita-Fortbildungen, die wir weiterhin als offene Angebote sowie Inhouse-Fortbildungen durchführen. Das Angebot wird ständig evaluiert und ergänzt.
Bei Interesse, Fragen oder Anregungen können Sie sich gerne bei Elli Mack (elli.mack [at] friedenskreis-halle.de, 0345-279807-30) melden.

Sie suchen Unterstützung bei mehrsprachiger Elternarbeit? Seit Januar 2016 gibt es im Friedenskreis die "ElKiS - ElternKitaSprachmittler_innen", die bei Elterngesprächen dolmetschen und vermitteln können.
Weitere Informationen gibt es hier.

Zusätzlich gibt das Projekthandbuch "Handbuch für Erzieherinnen zur Werte-, Demo­kratie und Vielfalt­förderung" inhaltliche Anregungen für die Arbeit mit Kindern, KollegInnen und Eltern und kann heruntergeladen, im Shop des Friedenskreises erworben, oder als Druckexemplar bestellt werden.


Wir freuen und auf Sie!

1. Ziele


Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen, in denen vor allem soziale Kompetenzen gefördert werden. Soziale Kompetenzen bilden nach unserer Erkenntnis die Voraussetzung für spätere Erfolge der Demokratieerziehung im Jugendlichen- und Erwachsenenalter. Die Vermittlung sozialer Kompetenzen und eine Stärkung des Selbst sehen wir als Voraussetzung für eine Demokratisierung der Gesellschaft.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung neuer spezifischer Methoden und Ansätze für die frühkindliche Bildungsarbeit in den Bereichen Demokratieförderung, Wertevermittlung, vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung sowie Selbstwirksamkeit als eine Präventionsstrategie gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Über Kampagnenarbeit, Fortbildungsangebote und Engagementförderung sollen ErzieherInnen und Eltern für die demokratische Wertevermittlung in Bezug auf Demokratie, Vielfalt und Selbstwirksamkeit sensibilisiert und qualifiziert werden. Zentrale Bestandteile der Ergebnissicherung sind die Herausgabe einer praxisorientierten Publikation und die nachhaltige Implementierung der Ergebnisse in vorhandene Aus- und Weiterbildungstrukturen des Landes Sachsen-Anhalt.

Die Rahmenbedingungen sind im Arbeitsfeld Kita prinzipiell gut und richtig, durch unseren Praxisbezug können wir Impulsgeber an Bund, Land und Kommune zur weiteren Verbesserung sein. Unsere Forderung besteht nicht in der Erarbeitung von neuen Methoden, sondern darin, das was schon geschieht zu schärfen und anzuerkennen, weiter aus zu bauen und zu begleiten.

2. Vorgehen


Die Arbeitsstruktur des Modellprojektes hat sich in der Praxis sehr gut bewährt. Seine Struktur ist viergliedrig und besteht aus ExpertInnengruppe, TrainerInnengruppe, Koordination und wissenschaftlicher Begleitung.

Vor allem die ExpertInnengruppe muss als Gewinn für das Projekt gesehen werden. Das mit FachberaterInnen, ErzieherInnen, ProjektmitarbeiterInnen, TrainerInnen und Förderern besetzte begleitende Fachgremium des Projektes, setzte die inhaltlichen Schwer- und Eckpunkte des Projektes. Bewährt hat sich der Ansatz, dass unterschiedliche Fachkräfte zusammen arbeiten, gemeinsam entwickeln. Die vielschichtige Zusammensetzung der Kompetenz auch im TrainerInnenteam ist maßgeblich für den erfolgreichen Verlauf des Projektes verantwortlich.

TrainerInnen und ProjektmitarbeiterInnen haben sich mit Theorien zu Rechtsextremismus und Rassismus und mit Praxiserfahrungen aus dem schulischen Bereich auf die, für sie neue Zielgruppe Kita/ ErzieherInnen eingelassen, indem sie teilnehmende Beobachtungen durchführten und kollegial mit ErzieherInnen, FachberaterInnen und Trägern ins Gespräch gekommen sind. Ausgehend also auch von der Basis, von der bestehenden Situation, von dem, was in der Praxis/ was in Kita schon passiert, haben wir unsere Theorien und Ideen angepasst. Gearbeitet wurde konzentriert und modellhaft mit wenigen Kitas, den Modellkitas. TrainerInnen und Projektkoordination haben sich dabei in einen Prozess begeben und diesem die Zeit gegeben, die er brauchte. Vor allem die Zeit der intensiven teilnehmenden Beobachtungen vom Projektbeginn hat sich bewährt.

Der Friedenskreis Halle e.V. arbeitet dabei stets nach den festgeschriebenen Qualitätsstandards des Qualifizierungsverbundes der AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden), die gemeinsam mit anderen Bildungsinstitutionen laufend überprüft und weiterentwickelt werden. Zu den wichtigsten Standards gehören dabei: die Anwendung partizipativer und teilnehmerInnenorientierter Seminarmethoden, eine handlungs- und prozessorientierte Arbeitsweise sowie die Arbeit im TrainerInnenteam.

Die Erfahrung zeigt, dass mit den Begriffen Rechtsextremismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit innerhalb der Institution Kindertageseinrichtung sparsam umgegangen werden sollte. Kita ist ein behüteter Ort voller Geborgenheit und Schutz und vielem mehr, „harte“ Begriffe schrecken ErzieherInnen und Eltern ab und bringen sie teilweise sogar in eine Ablehnung gegenüber dem Projekt. Die Präventionsarbeit muss einen positiven Ansatz haben, der sich auch in der Wortwahl widerspiegelt. Dabei geht es nicht um ein Vermeiden von bestimmten Begriffen, sondern um weichere, zielgruppengerechte Formulierungen. Die bewusste Einführung der Begriffe schlagen wir nach einer gelungenen Anfangsphase vor. An dieser Stelle ist Interesse und Offenheit der ErzieherInnen gegenüber den „harten“ Begriffen zu verzeichnen, was wiederum zu einem bewussteren Umgang mit ihrer Tätigkeit führen kann, da die Bildungsarbeit der ErzieherInnen hinsichtlich der Prävention fokussiert wird. Ist sich die ErzieherIn dessen bewusst, kann sie hier gezielt steuern und festigen. Es ist also wichtig die Berührungsängste zu den Themen bzw. Probleme Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit abzubauen, da nur so bewusste Präventionsarbeit mit klaren Zielformulierungen möglich ist. Dies geht einher mit der Aufwertung der eigenen Arbeit. Projekte, wie das unsere, wollen Kitas nicht zu politisierten Ort machen, sondern die dort vorhandenen sehr guten Ansätze von Demokratieförderung und Wertebildung, als Ausgangspunkt und Basis für die Präventionsarbeit nutzen. Wird beispielsweise die soziale Kompetenz des Miteinanders gefördert, ist das ein kleiner, aber wichtiger Baustein für Demokratieförderung.

Der Wert der Vielfalt sollte bewusst in Kita vermittelt werden, da es eine Schlüsselqualifikation für unsere globalisierte Welt ist. Wenn professionelle und positive Vielfaltförderung in der Kita umgesetzt wird, können Kinder ohne Angst gegenüber Fremdem und Ungewohnten aufwachsen. So kann etwas weiterhin fremd und anders bleiben, löst aber wenig bis keine Angst und Beklemmung aus. Schon im Mikrokosmos Kita sollte Vielfalt thematisiert werden, obwohl sie dort oft nicht leicht erkennbar scheint. Leicht zu erkennen ist sie wiederum in der heutigen globalisierten Welt, es ist jedoch oft nicht einfach damit positiv und ohne Ängste umzugehen.

Ein sehr interessanter Aspekt, den wir im Projekt fokussiert haben, ist die inhaltliche Elternarbeit über das eigene Kind hinaus, d.h. in unserem Fall inhaltliche Elternarbeit auch in Kitas, welche nicht von dem eigenen Kind besucht wurde. Interessant war hier zum einen das Finden und die Motivation der Elterngruppe. Welche Eltern fühlen sich wie angesprochen? Zum anderen der Erhalt der Gruppe über die Dauer von eineinhalb Jahren und die Schwierigkeiten, die sich aus einer relativ kleinen Gruppengröße ergeben. Unsere Elterngruppe hat sich für das Thema „Vielfalt“ entschieden. Mit einer methodischen Buchvorstellung von „Irgendwie anders“ von Kathryn Cave und der sich anschließenden Kleingruppenarbeit, bearbeiten Kinder und Eltern das Thema altersgerecht.

Bei ErzieherInnen waren die Verhaltensweisen gegenüber „fremden“ Eltern interessant zu beobachten. Zuerst wurde das kostenfreie Angebot der Elterngruppe sehr gern angenommen. Zeitnah kam oft die Bereitschaft seitens der ErzieherInnen, die Auftritte der Elterngruppe gemeinsam mit den Kindern vor- und nach zubereiten. Beiden Seiten war bewusst, dass die Elterngruppe mit ihrem einstündigen Auftritt nur einen besonderen Fokus auf ein Thema legen kann, das nachhaltige Arbeiten müssen wiederum die ErzieherInnen übernehmen.

3. Ergebnisse


Nach der Evaluation ist festzustellen, dass sich unsere Qualitätsstandards auch bei der Zielgruppe der ErzieherInnen bewährt hat. Wichtig ist hierbei nicht die eins zu eins Übertragbarkeit verschiedenster Methoden, sondern ein prozesshaftes Öffnen und ein Übertragen unter Berücksichtigung der Besonderheiten der jeweiligen Zielgruppe. Unsere Erfahrung zeigt, dass praxisrelevante Weiterbildung und Qualifizierung sehr gefragt sind, also konkrete Anregungen und Methoden, wie inhaltliche Themen mit den Kindern in den Kitas umgesetzt werden können und keine FortbildnerInnen, die projektorientiert und direkt mit Kindern in Kitas arbeiten. Die ErzieherInnen leisten Beziehungsarbeit mit den Kindern und somit sind sie auch der Schlüssel für die praktische Platzierung von Inhalten innerhalb der frühkindlichen Bildung. Dazu braucht es wiederum Impulse und Anregungen von außen, von anderen Bildungsträgern. Selbst ein Puppentheaterstück, dass direkt die Kinder adressiert, kann nur nachhaltige Botschaften liefern, wenn ErzieherInnen dies mit Kindern vor- und nachbereiten.

Rückblickend zeigen sich große Bedarfe zum Thema Elternarbeit, bei ErzieherInnen, bei den Trägern und bei den Eltern selbst. Fast immer sind Eltern und Familien die wichtigsten Bindungspersonen der Kinder und dadurch die wichtigsten Partner für ErzieherInnen bei der Erziehung und Förderung, Bildung und Begleitung. Eine weitere Auseinandersetzung mit diesem Thema lohnt sich sehr. „Die Einbeziehung der Eltern in die (Weiter-)Entwicklung der Kita-Konzeption und ihre Beteiligung an Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der Kindertagesstätte ist in diesem Sinne eine notwendige Fortsetzung der Erziehungspartnerschaft auf institutioneller Ebene.“ (S. 112, Berliner Bildungsprogramm) Dabei geht es um die Art und Weise der Elternarbeit, geht es vor allem um unterstützende Elternarbeit, z.B. Eltern bringen Kuchen mit und stehen am Grill oder gestalten die Eltern die Schwerpunktsetzung bei den Inhalten der Bildungsarbeit mit. Was wünschen sich die Eltern, was lassen ErzieherInnen zu, wie kann der Träger hier unterstützen?

Die ErzieherInnen sollten weiter befähigt werden, mit Eltern konstruktiv ins Gespräch zu kommen, Wege zu finden, Elternarbeit auf verschiedenste Art und Weise zuzulassen, Eltern zu motivieren. Die Frage sollte nicht sein: „Warum unterstützen mich die Eltern nicht, ich hab doch Aushänge gemacht und nachgefragt?“, sondern „Welche neue Wege kann ich als ErzieherIn beschreiten, um Eltern stark einzubeziehen?“

Auch die Stärkung von Teamprozessen ist ein wichtiger Bestandteil von Fortbildungen im Kita-Bereich. Nur durch kollegiales, beziehungsorientiertes Zusammenarbeiten in der Einrichtung können Grundlagen für ein beziehungs- und werteorientiertes Arbeiten mit Kindern geschaffen werden. Sind die Beziehungen im Team angespannt und belastet, geht das auch auf die Ebene ErzieherIn und Kind über. Ein gutes kollegiales miteinander wirkt sich auf die Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern aus. Die zeitliche Eingespanntheit von ErzieherInnen auch wegen der schon erwähnten knappen Vor- und Nachbereitungszeiten und der starken Gruppengröße, erfordert sehr viel internes Aushelfen, verstärkt bei Urlaub, Krankheit u.ä. Weitere Themen fehlen noch, z.B. Kampagne, FoBi-Module etc.

4. Forderungen


Die Kita gehört als Bildungsinstitution gestärkt und weiter anerkannt. Das beinhaltet: adäquate Vor- und Nachbearbeitungszeit innerhalb der Arbeitszeit, adäquate Bezahlung, adäquate Ausbildung (ggf. analog zur Grundschule/ GrundschulpädagogInnen/-lehrerInnen). Um pädagogisch Arbeiten zu können, braucht es ebenso einen adäquaten Betreuungsschlüssel.

Um fortlaufende Weiterqualifizierungen und dazugehörige Reflexionen für die eigene Praxis zu ermöglichen, sollten ErzieherInnen fortwährend die Möglichkeit zu Fortbildungen innerhalb der Arbeitszeit erhalten. Nur so kann aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen entsprochen werden. Nur so kann in der Bildungsinstitution Kita auf aktuelle Themen innerhalb der Gesellschaft reagiert, nur so können neue Wege ausprobiert, visionäres Arbeiten ermöglicht und eigene Visionen ausprobiert werden. Die Möglichkeiten der Kooperation und Zusammenarbeit mit freien Bildungsträgern und Kitas soll ausgebaut werden. Dafür braucht es Kommunikation, Kooperation und Finanzen auf beiden Seiten, seitens der Kita/Kita-Träger und der freien Bildungsträger.

Jede Kita braucht eigene finanzielle Mittel, um entsprechend ihres eigenen Konzeptes Impulse und Fachkompetenz „einzukaufen“. Das bedeutet mehr inhaltliche Eigenverantwortung seitens der Kita, welche mit einer Konzeptschärfung einhergeht. Die inhaltlichen Kompetenzen für Fortbildungsthemen sollten den Kitas nicht von außen verordnet werden. Sie selbst müssen mehr bzw. überhaupt Ressourcen/Eigenverantwortung bekommen und sich selbst die Kompetenzen in die Kita holen, die sie benötigen.

Weiterhin bedarf es eines Landesprogramms bzw. Landeskonzepts zur Demokratieförderung, welches ganz aktiv Kompetenzen und Akteure bündelt, vermittelt und koordiniert. Darin sollte unterstrichen werden, welche Prioritäten das Land bei der Demokratieförderung setzt, welche mittel- und langfristigen Ziele, Planungen, Schwerpunkte, Förderungsmaßnahmen bestehen bzw. umgesetzt werden. Dort sollte sich aus unserer Sicht auch eine Priorisierung des Themas frühkindliche Demokratieförderung finden.

Die Landeszentrale für politische Bildung soll verstärkt Kindertagesstätten als Bildungsinstitution in den Blick nehmen. Die Potentiale von Kindertagesstätten als Bildungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt müssen erkannt, ausgebaut und genutzt werden. Dabei muss es sich nicht unmittelbar, um politische Arbeit mit Kindern unter sechs Jahren handeln, sondern vor allem um politische Bildung von ErzieherInnen, Eltern und Trägern. In Modellprojekten erarbeitete praxisrelevante, prozesshafte Fortbildungsmodule können hierfür genutzt werden.

Die Kita-Kampagne „Hand in Hand. Kita ohne Rassismus“ sollte vom Land Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit freien Trägern übernommen werden. Mit diesem innovativen Schritt der Etablierung einer politischen Kampagne in Kita, sollte sich das Land als bundesweiter Impulsgeber etablieren. Zur Kampagne wurde ein eigenes Strategiepapier entwickelt, welches zu lesen sich lohnt. In den Aus- und Fortbildungen der ErzieherInnen haben wir nach Qualitätsstandards gearbeitet und festgestellt, dass es ansonsten diese Orientierung in der Bildungslandschaft für ErzieherInnen nur in Ansätzen gibt. Unsere Forderung ist hier, dass sich Träger und Land dafür einsetzen, dass es allgemein anerkannte Qualitätsstandards für Fortbildungen gibt.

5. Methode: Modellprojekt


Der Vorteil von Modellprojekten besteht darin, dass innovative Konzepte, Handlungsschritte, Ideen u.ä. entwickelt und ausgetestet werden, die für die Regelstruktur neue Ideen und Impulse bringen. Nun fordern wir als Modellprojekt die Möglichkeit, diese Impulse und Innovationen in Regelstrukturen einzubringen. Die Offenheit und der Wunsch dazu seitens der Regelstruktur, also seitens des Landes ist zentrale Bedingung für Kommunikation und dies wiederum Bedingung für nachhaltige Nutzung.

Für uns als freien Träger stellt es eine fast unlösbare Herausforderung und die Bündelung von sehr vielen Ressourcen dar, mit den Verantwortlichen von Regelstrukturen offiziell ins Gespräch und in die inhaltliche Auseinandersetzung zu kommen. Wir fordern verbesserte Kommunikationsstrukturen zwischen Modellprojekten und den Fachleuten/ Fachreferaten auf Landesseite. Ergebnisse und fachliche Aspekte sollten dialogisch mit den Referaten für Kindheit und andere FachberaterInnen auf Landes- und kommunaler Ebene evaluiert und beraten werden, um gemeinsam nachhaltig zu planen.

Zur Umsetzung der Ergebnisse der Modellprojekte in die Ausbildung bedarf es der engen Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Gesundheit und Soziales und dem Kultusministerium. Aus unserer Sicht braucht es ein weiteres Modellprojekt für die Etablierung in Regelstrukturen.

Die Durchführung von Modellprojekten innerhalb von Bundesprogrammen ist grundsätzlich zu begrüßen und fortzuführen. Nur so können weiterhin innovative Impulse in der Bildungslandschaft gesetzt werden. Die Länder selbst haben dafür nur wenig eigene Ressourcen.

Um späteren Unstimmigkeiten zwischen den Bundesländern und den Projektträgern vorzubeugen, sollten die Länder in die Entscheidung für die Modellprojekte mit einbezogen werden. Sinnvoll erscheint uns dabei die Form eines fachlichen Votum von Landesseite zu den Inhalten von Modellprojekten, mglw. in Form von Referenzen. Dies würde auch dazu führen, dass die Länder die Zuständigkeit im eigenen Haus frühzeitig klären und somit Träger und Projektverantwortliche von Anfang an, einen Ansprechpartner zu inhaltlichen und finanziellen Fragen im Land haben.

Wichtigster Faktoren bei der Auswahl der Projekte sollten nach wie vor Modellhaftigkeit und Innovation des Projektes sein.

Um wirklich modellhaft arbeiten zu können ist eine erhöhte Förderquote von Bundesseite unerlässlich. Es bedarf einer höheren Grundförderung von 70-80%. Andernfalls gehen zu viele Ressourcen in die Beantragung, Verwaltung und Abrechnung von Drittmitteln und zu Lasten der Modellhaftigkeit. Desweiteren schlagen wir eine Flexibilisierung der Projektlaufzeiten vor, da Projekte unterschiedlichen Zielsetzungen und Prozessen zugrunde liegen.

Anregen möchten wir zusätzlich die Überprüfung der Verhältnismäßigkeit der finanziellen Mittel zwischen der Öffentlichkeitsarbeit/Vermarktung des Bundesprogramms und den Mitteln, die den Modellprojekten tatsächlich zur Verfügung stehen sowie eine Überprüfung der Verteilung der Mittel zwischen wissenschaftlicher Begleitung und den Modellprojekten. Schon zu Beginn von Bundesprogrammen sollten Ressourcen für Fachclustertreffen eingeplant werden. Die dort erhaltenen Synergien spiegeln sich vielfach in den Einzelprojekten wieder. Dabei sollten inhaltlichen Ausrichtungen der Fachclustertreffen verstärkte bzw. allein bei den Modellprojekten selbst und nicht in Regiestellen bzw. auf Bundesebene liegen. Diesen Gestaltungsfreiraum und die dafür benötigte Zeit sollte den Modellprojekten weiterhin zur Verfügung stehen.

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